30 Tonnen Gewicht und zwölf Meter Länge: Nur eine Handvoll europäische Unternehmen bearbeitet Metallkomponenten in diesen Dimensionen. Eines davon sitzt in Turnau in der Steiermark: Der Familienbetrieb Heldeco bearbeitet größte Bauteile mit Hochpräzision – und ist damit Bestandteil von Flugzeugen, Schiffen und Wasserkraftwerken. Mit einem aktuellen Großauftrag sichert sich Heldeco nun auch einen Fixplatz im internationalen Anlagenbau.

Heldeco-Firmenchef Helmut Dettenweitz und Gattin Sabine reüssieren in Turnau.
Heldeco-Firmenchef Helmut Dettenweitz und Gattin Sabine reüssieren in Turnau.

Angeworfen wurden die Dreh- und Fräsmaschinen des Turnauer Vorzeigebetriebs für die neue Beauftragung schon im Herbst, gesprochen wird über den aktuellen Erfolg allerdings erst jetzt: „Bis Anfang 2019 werden wir über 500 Stück eines Spezialrahmens für einen namhaften international tätigen Maschinenhersteller ausliefern“, erzählt Firmenchef Helmut Dettenweitz. Konkret werden mit den von Heldeco verarbeiteten Komponenten tonnenschwere Anlagen exakt positioniert. „Diese Rahmen sorgen für höchste Stabilität. Damit haben auch starke Vibrationen während des Betriebs keine Auswirkungen auf die Position der Maschine“, erklärt Dettenweitz. Über das Beauftragungsvolumen herrscht Stillschweigen, der Geschäftsführer betont allerdings, dass es „sich um einen Großauftrag handelt, der die Auslastung am Standort und damit rund 60 Arbeitsplätze mittelfristig noch weiter absichert. Für uns ist diese Beauftragung ein großer Erfolg“, so Dettenweitz. Zum Einsatz kommen die Rahmen auf unterschiedlichsten Produktionsstandorten des Auftraggebers – in Nordamerika, Korea und sogar in Malaysia.

Höchstpräzision bis in die letzten Tausendstel ist auch bei Komponenten mit größten Ausmaßen gefragt.
Höchstpräzision bis in die letzten Tausendstel ist auch bei Komponenten mit größten Ausmaßen gefragt.

 

Hohe Werkstoffkomplexität

Die Komplexität des Auftrags liegt insbesondere in den hochspeziellen Materialanforderungen: „Unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir neben großdimensionalen Komponenten auch Werkstoffe beherrschen, wo auch auf Forschungsebene noch wenig Wissen und Know-how vorhanden sind“ sagt der Heldeco-Chef. So geht die Heldeco-Fertigungskompetenz mit metallischen Sonderlegierungen wie Duplex, Invar und hochwarmfeste Werkstoffe  über das europäische Standardportfolio weit hinaus.

Der Familienbetrieb Heldeco sichert sich einen Fixplatz im internationalen Anlagenbau.
Der Familienbetrieb Heldeco sichert sich einen Fixplatz im internationalen Anlagenbau.

Komponenten für Öl-Plattformen

Dieses spezielle Know-how machen sich unterschiedlichste Industriezweige zunutze: So kommen von Heldeco verarbeitete Komponenten in Flugzeugen, Schiffen, der Lebensmittelindustrie – und auch auf Ölplattformen zum Einsatz. In der Nordsee und am Golf von Thailand sorgen überdimensionale, meterhohe Zahnräder für die Höhenverstellung von Ölbohrinseln. Diese sogenannten „Pinions“ sorgen für die nötige Flexibilität, um die Plattformen dem Wasserstand auf Hoher See anzupassen. Neben den Verstell-Elementen liefert Heldeco auch Ventilgehäuse für Öl-Pipelines in diesen Industriezweig. Ähnliche Heldeco-Komponenten kommen in Wasserkraftwerken zum Einsatz: Dort liefert der 60-köpfige Turnauer Betrieb, darunter neun Lehrlinge, Laufräder und Spezialflügel zu.

Kooperation für mehr Mitarbeiter
Um das Know-how langfristig in der Obersteiermark abzusichern, setzt Heldeco auf die Lehrlingsausbildung: „Mehr als 60 Prozent unserer Mitarbeiter sind im eigenen Unternehmen ausgebildet worden“, betont Firmenchefin Sabine Dettenweitz. Auch aktuell werden – wie vielerorts – Techniker gesucht: Dafür hat Heldeco nun sogar ein Kooperationsprojekt mit der FH Joanneum, dem Studiengang Journalismus, ins Leben gerufen. Inhalt der Zusammenarbeit ist die Identifikation von Potenzialen zur Mitarbeiterakquise: „Wir wollen hier auch neue Wege gehen, um zusätzliche Fachkräfte nach Turnau zu lotsen“, sagt Dettenweitz.

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