Meilenstein in der heimischen Forschung: Gemeinsam mit Kärnten, Oberösterreich und dem Bund investiert die Steiermark rund 280 Millionen Euro in ein neues Forschungszentrum für Mikroelektronik. Im sogenannten „Silicon Austria Labs“ soll Forschung auf Weltniveau passieren – damit soll unter anderem das selbstfahrende Fahrzeug weiterentwickelt werden.

Setzt sich für Forschung am Standort ein: Landesrätin Barbara EIbinger-Miedl
Setzt sich für Forschung am Standort ein: Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl

Die letzten Schwierigkeiten sind aus dem Weg geräumt, Steiermarks Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl hat Positives zu vermelden: Mit der vereint aufgebrachten, doch stolzen Summe von 280 Millionen Euro – die Hälfte kommt von der Industrie, die andere Hälfte von Bund und Ländern – entsteht in Graz ein Forschungszentrum auf Weltniveau im Bereich der Mikroelektronik. „Es handelt sich hier um die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts, die vom Reisepass bis zum Smartphone zum Einsatz kommt“, betont Eibinger-Miedl.

Baut österreichische Forschungsvormachtstellung weiter aus: TU-Rektor Harald Kainz
Baut österreichische Forschungsvormachtstellung weiter aus: TU-Rektor Harald Kainz

250 steirische Arbeitsplätze
In den beteiligten Bundesländern entstehen so rund 500 neue Arbeitsplätze, etwa die Hälfte der Arbeitsplätze der neugegründeten Gesellschaft werden in Räumlichkeiten der Technischen Universität Graz Platz finden. Der Rest verteilt sich auf Villach und Linz. „Was hier passiert, ist in Österreich einzigartig. Wir wollen „Silicon Austria Labs“ zu einem der führenden Forschungszentren für Mikroelektronik in Europa machen“, betont TU Graz-Rektor Harald Kainz. Rund 30 Millionen Euro werden für den Bau eines eigenen Gebäudes in der Grazer Sandgasse investiert – der Startschuss dafür soll bereits im Herbst des nächsten Jahres erfolgen. Schon jetzt werden rund fünf Lehrstühle und Stellen für bis zu 30 Doktoranden ausgeschrieben. „Sowohl wir als Universität als auch die neugegründete Gesellschaft beginnen nun mit dem Personalaufbau“, bestätigt Kainz.

Sabine Herlitschka, Chefin von Infineon, setzt auf Mikroelektronik  (Credit: Infineon)
Sabine Herlitschka, Chefin von Infineon, setzt auf Mikroelektronik (Credit: Infineon)

Herlitschka: „In Europa wettbewerbsfähig bleiben“
Mit Infineon ist auch einer der internationalen Vorreiter der Technologie beim Vorhaben mit an Bord: „Das Forschungszentrum ist das richtige Instrument zum richtigen Zeitpunkt. Denn Mikroelektronik ist ein wichtiger Treiber für die weitere Digitalisierung. Nur mit Maßnahmen wie dieser können wir in Europa wettbewerbsfähig bleiben“, betont Infineon-Chefin Sabine Herlitschka. Am 380 Mitarbeiter starken Grazer Forschungsstandort entwickelt Infineon hochkomplexe mikroelektronische Komponenten, die mittels Laserstrahlen den Abstand zu Objekten in der Ferne bestimmen. Schon heute kommen diese Teile in Fahrzeug-Assistenzsystemen zum Einsatz, künftig sollen sie auch in selbstfahrenden Fahrzeugen mit von der Partie sein. Auch in Reifendrucksensoren, Reisepässen und Kreditkarten findet sich Infineon-Know-how auf Basis von Mikroelektronik wieder – in Zukunft auch auf Basis von Forschung des „Silicon Austria Labs“.

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