Die Welt geht in die Luft: Schon in wenigen Jahren sollen im arabischen Dubai die ersten bemannten Luft-Taxis abheben. Großkonzerne und Jungunternehmen wetteifern mit ihren Entwicklungen um die Gunst der Scheiche – mit an Bord im Geschäft über den Wolken ist steirisches Know-how: Die Ilzer 3D-Druck-Schmiede M&H liefert hochkomplexe Bauteile an die Entwickler der Luft-Taxis.

Scheich Hamdan bin Mohammed bin Raschid Al Maktum steigt euphorisch aus dem Lufttaxi: Soeben hatte Dubais Kronprinz das selbstfliegende Fluggerät von innen inspiziert – direkt nachdem es den ersten Testflug erfolgreich hinter sich gebracht hatte. Ohne Passagiere schraubte sich das Lufttaxi auf schwindelerregende 200 Meter hoch – und blieb etwa fünf Minuten an der Golfküste in der Luft. Das optisch einem Hubschrauber ähnelnde Lufttaxi ist der Vorbote der Zukunft: Schon in wenigen Jahren will das Emirat am Persischen Golf ein Lufttaxi-Service anbieten. Was nach Science Fiction klingt, ruft internationale Großkonzerne und findige Jungunternehmen auf den Plan: So tüfteln die Taxi-Anbieter von „Uber“ genauso an Lösungen für Luft-Services wie die deutschen Start-ups „Volocopter“, „Lilium“ oder die US-amerikanischen Nutzfahrzeug-Lieferanten „Workhorse“. Was sie alle verbindet, ist der hohe Zeitdruck. Schon jetzt gilt: Wer das erste serienreife Modell auf den Markt bringt, hat große Chancen, den internationalen Standard für den öffentlichen Luftverkehr zu setzen.

Dubais Kronprinz forciert die Entwicklung von Luft-Taxis – davon profitiert auch die steirische Wirtschaft. (Credit: Government of Dubai)
Dubais Kronprinz forciert die Entwicklung von Luft-Taxis – davon profitiert auch die steirische Wirtschaft. (Credit: Government of Dubai)

Schnell Lieferung ist gefragt

Hochkomplexe 3D-Druck-Komponenten werden von den M&H-Chefs Robert Mauerhofer und Patrick Herzig in die weite Welt versendet (Credit: M&H)
Hochkomplexe 3D-Druck-Komponenten werden von den M&H-Chefs Robert Mauerhofer und Patrick Herzig in die weite Welt versendet (Credit: M&H)

Das bekommen dieser Tage auch zwei Steirer deutlich zu spüren: Patrick Herzig und Robert Mauerhofer haben sich mit ihrem Unternehmen M&H einen Namen über den Wolken gemacht. Mit Komponenten aus dem 3D-Drucker ist das Führungsduo bei den Entwicklungen der Luftfahrttaxis mit an Bord: „Wir sind extrem flexibel, können innerhalb kürzester Zeit liefern. Das ist ein massiver Vorteil – gerade in so zeitlich kritischen Fertigungsprozessen, wie wir es nun bei den Luft-Taxis erleben“, erklären Herzig und Mauerhofer unisono. Wen genau das oststeirische Unternehmen beliefert, bleibt unter Verschluss. Zu viel steht für das 20-köpfige Industrie-„Schnellboot“ auf dem Spiel.

Die Zukunft kommt aus dem 3D-Drucker: Komplexe Strukturen werden Ilz entwickelt und produziert.   ---
Die Zukunft kommt aus dem 3D-Drucker: Komplexe Strukturen werden Ilz entwickelt und produziert.

Produzent von Kleinserien
Was geliefert wird, lassen sich Herzig und Mauerhofer allerdings entlocken: Interieurs-Komponenten wie Türschnallen aber auch hochkomplexe Anbindungsteile an dem Rumpf werden in Ilz für die Lufttaxi-Industrie entwickelt und produziert. „Meist handelt es sich dabei um sogenannte Freiformflächen, die keiner Regelgeometrie folgen. Das bedeutet: keine rechten Winkel, doppelte Krümmungen und geschwungene Flächen“, vereinfacht Mauerhofer. Die komplexen Formen werden mit Hilfe von Simulations-Programmen dargestellt, ehe sie in „Österreichs modernstem 3D-Drucker produziert werden“, sagt Herzig nicht ohne Stolz. „Auf der Anlage können wir neue Materialien wie Titan parallel zu Aluminium drucken“, erklären die Geschäftsführer, deren Erzeugnisse nicht nur in futuristischen Luft-Taxis abheben: „Grundsätzlich beliefern wir industrielle Unternehmen, insbesondere aus der Luftfahrt, Automotive-Branche und der Wasserkraftindustrie. Denn gerade in diesen Branchen werden maßgenaue, anspruchsvolle und komplexe Einzelteilanfertigung bzw. Kleinserien immer wichtiger“, so die beiden Pioniere.

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