Vom Nahen Osten bis nach Südamerika: Weltweit vertrauen Einsatzkräfte bei Erdbeben, Massenkarambolagen und in kriegsnahen Grenzgebieten auf eine steirische Kollaborationslösung: Die Spintower Technologies aus Grambach ermöglicht Echtzeit-Kommunikation für Einsatzkräfte im Feld – und zählt damit zu Europas Innovationsführern.

Gründete 2008 die Spintower Technologies: Geschäftsführer Mario Schwaiger (Credits: Dominic Erschen, Adobe Stock, spintower)
Gründete 2008 die Spintower Technologies: Geschäftsführer Mario Schwaiger (Credits: Spintower)

Leichtsinnig geht Spintower-Gründer Mario Schwaiger nicht mit seinen Informationen um, steht doch Geheimhaltung für ihn an oberster Stelle. Nachvollziehbar: Denn die von seinem Unternehmen entwickelte Kommunikationslösung kommt an vorderster Front zum Einsatz. Im wahrsten Sinne des Worte: Denn auf „Darvin“ – das ist ein Hightech-Headset für Einsatzkräfte im Feld und die dazugehörige Software für die Leitzentrale – wird sowohl bei hochsensiblen Grenzraum-Überwachungen, als auch bei Massen-Karambolagen, Erdbeben, Anti-Terror-Einsätzen, verdeckten Ermittlungen und Waldbränden vertraut. „Unsere Kommunikationslösung wird überall dort verwendet, wo durch visuelle Komponenten ein Mehrwert generiert wird – und das insbesondere im heiklen Desaster-Management“, erklärt Schwaiger.

Für mehr Sicherheit: In grenznahen Gebieten setzen globale Einheiten zur Terrorbekämpfung auf Know-how aus der Steiermark (Credit: Adobe Stock)
Für mehr Sicherheit: In grenznahen Gebieten setzen globale Einheiten zur Terrorbekämpfung auf Know-how aus der Steiermark (Credit: Adobe Stock)

Das heißt: Etwa in Katastrophenszenarien werden über das Headset-System der Einsatzkräfte Live-Videos und Daten in Echtzeit und mit Hightech-Verschlüsselung an die zuständige Leitzentrale übermittelt. In der Kommandozentrale werden die aktuellen Informationen – von Temperatur über Erdbewegungen – zur Entscheidungshilfe herangezogen. „Dadurch können aus der Leitzentrale heraus wichtige Empfehlungen direkt an die Einsatzkräfte im Feld zurückgespielt werden. Das ermöglicht eine sorgfältige Echtzeit-Koordination aller Beteiligten – speziell in Katastrophen-Einsätzen“, betont der Spintower-Gründer. Das macht die Lösung global attraktiv: Zu 99 Prozent wird „Darvin“ ins Ausland exportiert – insbesondere in den Nahen, Mittleren und Fernen Osten ist die steirische Hightech-Lösung begehrt.

youspi: Einfachheit entscheidend

Vom Silicon Valley bis nach Grambach: youspi-Geschäftsführer Hannes Robier vereinfacht komplexe Anwendungen – so auch die steirische Kommunikationslösung (Credit: Dominic Erschen)
Vom Silicon Valley bis nach Grambach: youspi-Geschäftsführer Hannes Robier vereinfacht komplexe Anwendungen – so auch die steirische Kommunikationslösung (Credit: Dominic Erschen)

Obwohl das junge Unternehmen – die Gründung erfolgte 2008 in den von den Grazer Universitäten betriebenen „Science Park“ – noch Entwicklungspotenzial ortet, zählt Spintower schon heute europaweit zu den Innovationsführern am Nischenmarkt: „Erst unlängst wurde ich auf einer Messe in Israel darauf angesprochen, wie weit und hochinnovativ unser Produkt ist. Das ist eine große Bestätigung für den eingeschlagenen Weg“, sagt Schwaiger.

Die mobile Steier-Kommunikationlösung „Darvin" liefert Echtzeit-Aufnahmen in die Leitzentralen (Credit: spintower)
Die mobile Steier-Kommunikationlösung „Darvin“ liefert Echtzeit-Aufnahmen in die Leitzentralen (Credit: Spintower)

Mitverantwortlich für den Innovationsvorsprung ist das steirische Hightech-Unternehmen youspi: Der auf Anwendungsdesign spezialisierte Grazer Betrieb lieferte das Know-how für eine freundliche Bedienung der Kommunikationslösung: „Gerade in Stresssituationen und unter höchsten Anspannungen ist es für die Einsatzkraft entscheidend, dass sämtliche Aktivitäten möglichst einfach zu steuern sind. Die sogenannte Benutzerfreundlichkeit bekommt hier eine völlig neue Dimension: Alles muss auf einen Klick hin funktionieren“, hebt Geschäftsführer Hannes Robier hervor. Schon heute zählt er zu den gefragtesten Anwendungsdesignern des Landes: So kooperiert Robier mit Weltkonzernen wie Google, Amazon und Intel. „Wir sind dort zur Stelle, wo komplexe Funktionen vereinfacht werden müssen – und für den Endkonsumenten ein nachhaltiges Erlebnis erzeugt werden soll“, sagt der Experte. Gemeinsam feilt das Duo Robier und Schwaiger nun sogar an einem steirischen Forschungszentrum für Kommando-Zentralen: „Wir sind gerade dabei, die entsprechenden Mittel aufzustellen“, so das Duo.

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