Österreichs Spitzenforschungszentrum für elektronikbasierte Systeme – die Silicon Austria Labs GmbH – nimmt Arbeit auf.

Sie soll Themen wie Mikrosysteme für die „smarte Fabrik“, „autonomes Fahren“ oder „intelligente Stromnetze“ vorantreiben und wird im Netzwerk von Wissenschaft und Wirtschaft Spitzenforschung im Bereich elektronisch basierter Systeme bieten: Die Silicon Austria Labs GmbH (SAL) ist nun offiziell gegründet.

Nach der Unterzeichnung des Rahmenvertrages im August durch die Gesellschafter – das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, die Länder Steiermark, Kärnten und Oberösterreich sowie den Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) – ist dies der nächste markante Schritt im Aufbau des österreichischen Weltklasseforschungszentrums für elektronikbasierte Systeme.

Nach der Vertragsunterzeichnung folgte unlängst die offizielle Gründung der Silicon Austria Labs (SAL). (Credit: Land Kärntnen)
Nach der Vertragsunterzeichnung folgte unlängst die offizielle Gründung der Silicon Austria Labs (SAL): (v.l.:) Michael Strugl, Gaby Schaunig, Norbert Hofer, Barbara Eibinger-Miedl, Sabine Herlitschka, Lothar Roitner. (Credit: Land Kärntnen)

Von Silicon Austria zu Silicon Europe

„Mit dem Forschungszentrum  Silicon Austria Labs hat Österreich eine ausgezeichnete Startposition für das Rennen der technologischen Zukunft. Hier wird an  Schrittmachertechnologien geforscht, die weltweit als Taktgeber für die Digitalisierung und die Wirtschaft in Europa und der Welt gelten.“, ist Bundesminister Norbert Hofer überzeugt.

In der Aufbauphase bis 2023 werden insgesamt 280 Millionen Euro investiert. Jeweils 70 Mio. Euro kommen vom Infrastrukturministerium und den beteiligten Ländern, weitere 140 Mio. Euro von der Industrie. Das Zentrum hat Standorte in Graz, Villach und Linz und wird in den kommenden Jahren über 400 Mitarbeiter beschäftigen.

Für die steirische Forschungs­lan­des­rätin Barbara Eibinger-Miedl steht SAL für Innovation und Kooperation: „Mit dem Forschungszentrum und seinem Geschäftssitz in Graz, bauen wir unsere technologischen Stärken aus und forcieren die Zusammenarbeit über Bundesländergrenzen hinweg.“ Erste Räume am Campus Inffeldgasse der TU Graz sind bereits bezogen und mit dem 2019 geplanten Neubau am Campus wird noch mehr Raum für Labore und rund 160 Forschungsplätze zur Verfügung stehen.

In Kärnten können die Forschungstätigkeiten umgehend aufgenommen werden – Labore und ein hoch qualifiziertes Forscherteam stehen bereit. „Das Land Kärnten bringt die Carinthian Tech Research, die sich durch exzellente Forschung international einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat, in die Silicon Austria Labs ein“, hebt Technologiereferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig hervor. „Wir schaffen zusätzliche Forscherpositionen und werden am High Tech Campus Villach auf 160 Top-Jobs aufstocken.“ Mit dem Bau eines zusätzlichen Forschungsgebäudes wird 2019 begonnen.“

„Das Land Oberösterreich beteiligt sich in den ersten fünf Jahren mit insgesamt 12,5 Millionen Euro an den Silicon Austria Labs. Die Upper Austrian Research GmbH hat als Leitgesellschaft für Forschung des Landes OÖ die Gesellschaftsanteile übernommen. Der oberösterreichische Standort übernimmt den Lead für den Fachbereich Hochfrequenztechnik und ist im Science Park Linz angesiedelt. Hier werden rund 80 hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Forschung aufgebaut. Oberösterreichs Wirtschaft ist schon jetzt stark forschungsgetrieben. Das neue Zentrum ist eine erhebliche Chance, die Innovationskraft Oberösterreichs in diesem wichtigen Wirtschaftssegment weiter zu stärken und zusätzliche neue Top-Arbeitsplätze zu schaffen“, erklärt Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

Aus Sicht der Industrie sind die Silicon Austria Labs eine wegweisende Investition in Hochtechnologie Made in Austria. „Für unsere Unternehmen bedeutet diese Entwicklung einen wertvollen Wettbewerbsvorteil: Spitzenunternehmen benötigen Spitzenforschung und diese geschieht direkt hier am Standort, Hand in Hand mit der Entwicklung und ermöglicht dadurch erfolgreiche Innovationen“, betont Lothar Roitner, Geschäftsführer des FEEI. „Der Zugang zu Forschungsergebnissen ist für unsere Unternehmen essentiell, um sich im globalen Wettbewerb weiterhin durch Exzellenz und Innovation zu behaupten“.

Spitzenforschung für elektronikbasierte Systeme

Österreichs Spitzenforschungszentrum für elektronikbasierte Systeme, Silicon Austria Labs, mit neuem Logo. (Credit: SAL)
Österreichs Spitzenforschungszentrum für elektronikbasierte Systeme, Silicon Austria Labs, mit neuem Logo. (Credit: SAL)

Mit der offiziellen Gründung stehen auch das eigene Logo der Silicon Austria Labs GmbH sowie der Internetauftritt www.silicon-austria-labs.com fest. Für die Anfangsphase übernimmt Werner Luschnig als international industrieerfahrene Führungskraft im Bereich Forschung & Entwicklung die Geschäftsführung der SAL. „Die Silicon Austria Labs GmbH gehört zu den spannendsten Forschungsinitiativen Europas. Gemeinsam mit SAL zu forschen bedeutet eine tolle Chance für große, mittlere und kleine Unternehmen Projekte von der Grundlagen- bis zur anwendungsorientierten Forschung zu realisieren und mit den Innovationen schneller am Markt zu sein.“

Die SAL versteht sich als Forschungspartner für Wissenschaft und Wirtschaft um gemeinsam an elektronikbasierten Systemen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu forschen: Von der Idee zum Design, von der Simulation zum industrietauglichen Prototyp.  Mit den vier Forschungsschwerpunkten Sensor Systeme, Leistungselektronik, Hochfrequenz Systeme und System Integration deckt man zukunftsweisende Forschungsfelder ab.

„Wir forschen auf allen Ebenen des digitalen Ökosystems: auf Modell-, Hard- und Softwareebene bis hin zur gesamten Systemlösung. Die Sensoren, als Sinnesorgane der Technik nehmen Informationen auf, messen, analysieren. Die Leistungselektronik sorgt für eine energie- und leistungseffiziente Umsetzung und mit der Hochfrequenz Forschung bieten wir zukunftsweisende Kommunikations- und Radartechnologien. Die umfassende Systemintegration stellt dann auf allen Ebenen ein funktionales Gesamtsystem sicher.“, so Luschnig.

In den angestrebten Forschungsprojekten geht es um relevante Leitthemen wie sichere Kommunikationsnetzwerke, Maschinelles Lernen, Sensorfusion, hochkompakte und leistungsstarke Energieübertragungssysteme oder auch virtuelles Prototyping und hybride Integrationstechnologien. Erste Forschungslabore dazu sind im Aufbau und stehen für Forschungen bereit.

 

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