Mit seinem Unternehmen AMES stattet der Kärntner Walter Starzacher weltweit Kabinen von Flugzeugen aus. Nach über drei Jahrzehnten in der Welt ist der „Überflieger“ nun am Millstätter See gelandet – und ist als „Kärntner des Jahres“ von der Kleinen Zeitung nominiert.

„Wirtschaftskapitän" Walter Starzacher zurück in seinem Heimatbundesland Kärnten – und wurde prompt zum „Kärntner des Jahres" nominiert. (Credit: AMES)
„Wirtschaftskapitän“ Walter Starzacher zurück in seinem Heimatbundesland Kärnten – und wurde prompt zum „Kärntner des Jahres“ nominiert. (Credit: AMES)

Den Kärntner Dialekt hat er fast abgelegt, die Verbundenheit zur Heimat ist geblieben: Nach 37 Jahren ist Walter Starzacher zurück in Kärnten. Direkt am Millstätter See hat der Unternehmer in den letzten Jahren sein Haus gebaut und nun bezogen – mit Ausblick versteht sich, denn diesen ist Starzacher schon von Berufswegen gewohnt: Denn in luftigen Höhen hat der heute 51-Jährige Karriere gemacht. Zunächst bei der damaligen Lauda Air, wo es gleich zu Beginn rasant aufwärts ging – schnell avancierte Starzacher zum Leiter der Lauda-Technikabteilung, durchlief Stationen bei renommierten internationalen Luftfahrtzulieferern und landete schließlich in der Steiermark. Das honoriert nun auch Österreichs größte Bundesländerzeitung: Die Kleine Zeitung nominierte Starzacher bei der Wahl des Kärntner des Jahres in der Kategorie „Unternehmergeist“. „Eine schöne Auszeichnung“, freut sich Starzacher.

Von Asien bis Südamerika
Schon 2004 folgte der Start zum persönlichen Höhenflug des Kärntners: Mit AMES gründete er den heutigen Marktführer für Innenraumausstattung von Flugzeugen. Als Ein-Mann-Betrieb gegründet, beläuft sich die Mitarbeiteranzahl mittlerweile auf 60 Köpfe – verteilt auf die Unternehmenszentrale im steirischen Peggau und zwei weitere Standorte in Neusiedl im Burgenland und Dublin, Irland. Über den Wolken hat sich das Unternehmen international einen Ruf von Weltformat erarbeitet:

 Stauschränke, Sitze, Beleuchtungssysteme: In Flugzeugen kommen zahlreiche Bauteile vom Unternehmen des Oberkärntners.
Stauschränke, Sitze, Beleuchtungssysteme: In Flugzeugen kommen zahlreiche Bauteile vom Unternehmen des Oberkärntners.

Kaum eine Airline verzichtet auf das Know-how von Starzachers Betrieb. Stauschränke, Sitze, Beleuchtungssysteme – all diese Komponenten werden von AMES entwickelt, produziert und weltweit in Kabinen eingebaut: So fliegen neben der heimischen Austrian Airlines etwa die deutsche Condor, die brasilianische Azul, Turkish Airlines und Sri Lankan Airlines sowie Brussels Airlines auf das heimische Luftfahrt-Know-how. Insbesondere in Irland und Asien zieht der Markt aktuell stark an: „Darum wollen wir  demnächst auch einen weiteren Standort in Singapur, als Tor zum asiatischen Markt, eröffnen“, hat Starzacher große Pläne mit AMES.  Ob ein ähnlicher unternehmerischer Höhenflug auch in Kärnten möglich gewesen wäre? „In Kärnten ist man sehr stark auf den Tourismus fokussiert, der Arbeitsmarkt für technische Fachkräfte hätte Potenzial, ist allerdings aktuell zu klein“, sagt Starzacher. Wie es trotzdem gehen könnte, hat für ihn der Halbleiterkonzern Infineon aufgezeigt: „Das Unternehmen ist ein Erfolgsbeispiel und hat aufgezeigt, dass das Potenzial grundsätzlich vorhanden ist. Hochtechnologien wie diese müssen seitens der Politik stärker forciert werden“, ist der AMES-Gründer sicher.

AMES exportiert 99 Prozent seiner Bauteile in den Weltmarkt – auch in Mexiko werden Flugzeuginnenräume durch das Unternehmen ausgetauscht.
AMES exportiert 99 Prozent seiner Bauteile in den Weltmarkt – auch in Mexiko werden Flugzeuginnenräume durch das Unternehmen ausgetauscht.

Mehr Kärnten für AMES
Er selbst plant nun einen stärkeren Kärnten-Bezug zu AMES herzustellen: Vom Millstätter See aus wird das Unternehmen gelenkt, alle zwei Wochen kehrt er nach Peggau zurück. „Wir haben ein großartiges Team, das den Markt und die Gegebenheiten bis ins kleinste Detail kennt. Ich kann mich mit etwas Distanz auf strategische Langfrist-Entscheidungen und neue Impulse sowie Entwicklungen am Markt konzentrieren“, erklärt Starzacher. Strategie-Meetings und Teambuildings will er übrigens an den Millstätter See verlagern – auch des Ausblicks wegen.

Jetzt unterstützen: Hier können Sie Walter Starzacher dabei helfen, „Kärntner des Jahres“ zu werden: zum Voting.

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