Willkommen in der Zukunft: Mit selbstfahrenden Autos und Flugtaxis zählt Singapur zu den weltweiten Technologie-Vorreitern. Auch die Steiermark hat dabei ihre Finger im Spiel: Der gebürtige Leibnitzer Florian Steiner leitet die Volkswagen Gruppe in Singapur und Malaysia für die heimische Porsche Holding – und über den Wolken glänzen die Ilzer 3D-Druckpioniere M&H mit komplexen Komponenten für die Drohnen-Taxis.

Hochinnovative Komponenten werden in den Ilzer 3D-Druckern hergestellt. Unter anderem für die Lufttaxi-Industrie. (Credit: M&H)
Hochinnovative Komponenten werden in den Ilzer 3D-Druckern hergestellt. Unter anderem für die Lufttaxi-Industrie. (Credit: M&H)
M&H gilt als einer der innovativsten 3D-Druck-Unternehmen Mitteleuropas. Nun wollen Robert Mauerhofer (l.) und Patrick Herzig auch in Asien punkten. (Credit: CS)
M&H gilt als einer der innovativsten 3D-Druck-Unternehmen Mitteleuropas. Nun wollen Robert Mauerhofer (l.) und Patrick Herzig auch in Asien punkten. (Credit: CS)

„Wir sind extrem flexibel, können innerhalb kürzester Zeit liefern. Das ist ein massiver Vorteil – gerade in so zeitlich kritischen Entwicklungs- und Fertigungsprozessen, wie wir es nun bei den Luft-Taxis erleben. Singapur ist für uns ein hochinteressanter Markt, weil hier auch Flugtests durchgeführt werden“, erklären die Gründer Patrick Herzig und Robert Mauerhofer unisono.  Hochkomplexe Strukturbauteile für Rumpf und Fahrwerk werden in Ilz für die Branche über den Lüften entwickelt und produziert. Auf Österreichs modernstem 3D-Drucker werden unter anderem sogenannte Freiformflächen, die keiner Regelgeometrie folgen, produziert. Das heißt: keine rechten Winkel, doppelte Krümmungen und geschwungene Flächen. Doch der hochprofessionelle Maschinenpark allein ist für den Erfolg noch nicht entscheidend, betont Herzig: „Die additive Fertigung bietet uns wesentlich raschere Umsetzungsmöglichkeiten. Das Entscheidende ist allerdings, den 3D-Druck schon zuvor in der Konstruktion zu berücksichtigen – hier liegt das wahre Know-how dieser Technologie.“

Durch eine Kooperation mit dem US-amerikanischen Konzern AltairInspire greift M&H auf eine hochinnovative Software bei der Konzeption der Bauteile zu. (Credit: M&H)
Durch eine Kooperation mit dem US-amerikanischen Konzern AltairInspire greift M&H auf eine hochinnovative Software bei der Konzeption der Bauteile zu. (Credit: M&H)

Neue Wege der Konstruktion
Dafür braucht es ein grundsätzlich neuen Ansatz in der Konstruktion, ist sich das Geschäftsführer-Duo sicher: „Wir erleben hier einen noch nie da gewesenen Wandel“, so Herzig und Mauerhofer unisono. In Österreich hat das steirische Unternehmen daher eine Partnerschaft mit dem amerikanischen Entwicklerstudio Altair Inspire aufgebaut. „Die Software arbeitet simulationsgetrieben und kann somit nicht nur 3D-Modelle designen, sondern auch Abläufe darstellen und Bewegungen wiedergeben“, weiß Herzig. Dadurch können die Ilzer Prototypen konkret genauso Vorlage für Flugzeuginnenraum-Komponenten, Laufräder in der Wasserkraftindustrie wie eben auch Komponenten von Drohnen-Taxis sein.

Ein heimischer Top-Managerin im "Tigerstaat": Der Steirer Florian Steiner ist CFO für der Volkswagen Porsche Holding in Singapur und Malaysia. (Credit: CS)
Ein heimischer Top-Manager im „Tigerstaat“: Der Steirer Florian Steiner ist CFO der Volkswagen Porsche Holding in Singapur und Malaysia. (Credit: CS)

Leibnitzer „Mann von Welt“
Vom Tech-Boom in Asiens Wirtschaftsmetropole profitiert allerdings nicht nur M&H, sondern auch ein Leibnitzer Topmanager: Von Bulgarien über China bis nun nach Singapur und Malaysia – der studierte Betriebswirt Florian Steiner hat mit seinen erst 40 Jahren schon jetzt zahlreiche Top-Positionen im Ausland bekleidet: „Andere Nationen und Kulturen haben mich immer schon fasziniert – und die Gelegenheiten habe ich stets am Schopf gepackt“, erzählt der Leibnitzer. In seiner Heimatstadt war er bis 2007 als Steuerberater tätig, dann machte er seine Leidenschaft für Autos gewissermaßen zum Beruf: „Ich kündigte meinen Job – und wechselte zur Porsche Holding, wo ich vom ersten Tag auch im Ausland Projekte abwickelte“, erzählt Steiner. Es folgten Finanzprojekte in Kroatien, Rumänien und Italien, ehe es ihn zwei Jahre nach Dienstantritt bei Österreichs größtem Unternehmen (am Umsatz gemessen) nach China verschlug. Rund 20 Handelsbetriebe setzte Steiner dort als Finanzchef südwestlich von Shanghai für die Porsche Holding auf. Erst im Februar 2014 ging es für ihn – samt Familie – mit Bulgarien zurück nach Europa, zwei Jahre später folgte der neuerliche Ruf aus Asien, wo der Topmanager nun die Finanzgeschäfte der Porsche Holding in Singapur (rund 270 Mitarbeiter) und Malaysia (90 Mitarbeiter) leitet: „Es geht insbesondere darum, die Marke Volkswagen zu positionieren sowie die Teile- und Neuwagenversorgung der Handelsbetriebe zu organisieren“, umreißt Steiner das vielseitige Aufgabengebiet. Worauf es ankommt, um international  Karriere zu machen? „Man muss offen für neue Möglichkeiten sein und sich auf seine Familie verlassen können: Ohne sie wäre es nie möglich gewesen“, sagt der zweifache Vater, der mit einer Italienerin verheiratet ist.

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