Rund 250 Tonnen Schleifmittel verlassen das Werk des österreichischen Marktführers Bohr pro Monat. Nun ist der Schleifmittelanbieter auf Expansionskurs und will sich im aufstrebenden Osteuropa etablieren.

ÖSTERREICH. Aus dem burgenländischen Oberschützen in die ganze Welt: Schleifbänder mit einer Gesamtlänge von einer Million Meter verlassen pro Monat das Werk von Bohr im Burgenland – in Gewicht umgelegt sind das rund 250 Tonnen an Schleifmittel. Der Einsatz ist vielfältig: Rund die Hälfte der Schleifmittel gehen an holzverarbeitende Betriebe, etwas mehr als ein Drittel an die Metallindustrie, der Rest an Automobilbauer und –Zulieferer. Die Kunden sind renommierte Leitbetriebe wie Technologie- und Industriegüterkonzern voestalpine oder die Zulieferer List und Miba.

Trend: Automatisierung

Vom Kunden abhängig sind auch die Abmessungen der Schleifbänder: „Mittlerweile haben wir über 40.000 im Portfolio. Damit versuchen wir, unseren Kunden maßgeschneiderte Produkte zu liefern – wir haben uns auf Schleifinnovationen in dieser Nische fokussiert“, erklärt Eigentümer und Geschäftsführer Manfred Reichhold. Er hat den 1969 gegründeten Traditionsbetrieb 2013 übernommen – mit Erfolg: Der Betrieb ist in diesem Zeitraum um 20 Prozent auf mittlerweile 55 Mitarbeiter angewachsen. Tendenz steigend: „Mein Ziel ist es, in die Produktion hier im Burgenland zu intensivieren – dazu werden wir in der nahen Zukunft auch Geld für die Infrastruktur in die Hand nehmen“, verfolgt Reichhold nachhaltige Ziele. Das wird auch notwendig sein, entwickelt sich die Schleifmittelindustrie doch stark in Richtung Automatisierung:  „Schleifen mit robotergesteuerten Maschinen (CNC) wird immer wichtiger, der Trend geht weg vom Schleifen auf manuell bedienten Maschinen.“ Der Grund: Schleifen wird immer mehr zur Hochpräzisionsarbeit: „Durch neue Computertechnologien werden Schleifmittel und erzielte Oberflächen immer genauer analysierbar“, erklärt Reichhold.

Hochpräzision für Osteuropa

Diese Hochpräzision betreibt Bohr seit mittlerweile genau 15 Jahren am Standort in Oberschützen im Burgenland – zehn Prozent der Produkte werden bereits jetzt in verschiedenste Teile Europas exportiert.  Mittelfristig will sich Reichhold mit den Schleifprodukten auch in Osteuropa positionieren: „Ein stark aufstrebender und für uns daher sehr interessanter Markt“, fasst der Geschäftsführer zusammen. Insbesondere  die für den Schleifmittelanbieter bedeutsame  heimische Holzindustrie ist fest mit dem Osten Europas verbandelt: Österreich liegt mit 8,3 Millionen Kubikmeter – hinter China – auf Platz zwei der weltweiten Holz-Importe, mehr als die Hälfte davon kommt aus Osteuropa. Der größte Teil kommt dabei aus Tschechien. Aber auch Rumänien wird für die Holz- und damit die Schleifmittelindustrie immer wichtiger: So hat etwa der heimische Holzriese Schweighofer seit 2003 etwa 800 Millionen Euro in fünf Standorte in Rumänien investiert. „Diese Länder sind definitiv Märkte auf denen wir die in Oberschützen produzierten Schleiflösungen positionieren wollen“, erklärt Reichhold.

Ein Drittel Plus an Belegschaft

Das soll sich auch in den Unternehmenskennzahlen widerspiegeln: Derzeit erwirtschaftet die Bohr Schleifmittel GmbH rund sieben Millionen Euro, bis 2018 will Reichhold die Hürde von zehn Millionen Euro überschreiten: „Langfristig muss es unser Anspruch sein, den Umsatz auch zu verdoppeln“, so der Geschäftsführer. Profitieren könnte davon vor allem die Region: 55 Mitarbeiter beschäftigt Bohr aktuell, Reichhold rechnet allerdings damit, schon in „fünf bis sechs Jahren rund ein Drittel mehr an Belegschaft zu haben“.

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