Not macht erfinderisch – das trifft wohl aktuell auf den oststeirischen Baumaschinenausrüster Winkelbauer zu.  Denn das Angerer Unternehmen geht in der Facharbeiter-Akquise völlig neue Wege: Nun soll ein Forschungsprojekt mit einer steirischen Hochschule dabei helfen, mittelfristig bis zu 15 neue Stellen im Unternehmen zu besetzen.

Kooperation mit FH Joanneum: Geschäftsführer Michael Winkelbauer geht neue Wege. (Credit: CS)
Kooperation mit FH Joanneum: Geschäftsführer Michael Winkelbauer geht neue Wege. (Credit: CS)

Hörsaal statt Halle, Beamer und Flipchart statt Löffel und Schaufel: Seine Mitarbeiter hat Geschäftsführer Michael Winkelbauer dieser Tage kurzfristig gegen Studierende der Fachhochschule Joanneum getauscht – nicht ohne guten Grund: Mit einem Vortrag über die Herausforderungen des 120-köpfigen Betriebs läutete Winkelbauer eine Kooperation mit der steirischen Hochschule ein. Der universitäre Gastvortrag des Geschäftsführers fand sich wider Erwarten nicht am Stundenplan der Studiengänge Bauwirtschaft oder Produktionstechnik: Projektpartner für Winkelbauers Vorhaben ist der Studiengang „Journalismus und Public Relations“: „Wir haben mittelfristig einen Bedarf von 15 technischen Facharbeitern im Unternehmen. Mit Hilfe des Forschungsprojekts wollen wir herausfinden, wie wir potenzielle Arbeitnehmer bestmöglich erreichen können“, erklärt Winkelbauer.

Hoher Bedarf an Lehrlingen

Die massive Nachfrage an qualifizierten Mitarbeitern leitet sich vor allem am Bedarf an neuen Lehrlingen ab: „Wir hätten das Potenzial, allein heuer bis zu zehn Lehrlinge einzustellen. Darüber hinaus sind wir stets auf der Suche nach Technikern in den Bereichen Zerspanung, Stahlbau und Baumaschinen“, betont der Firmenchef. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 14 Lehrlinge, mehr als ein Drittel der Belegschaft wurde selbst im Betrieb ausgebildet. „Der Fachkräftemangel macht es aber schwierig, neue Techniker – und vor allem Technikerinnen, ­mit denen wir beste Erfahrungen haben – zu finden“, sagt Winkelbauer.

Rund 14 Lehrlinge arbeiten bereits heute an den pinken Schnellwechslern des Unternehmens. Zehn weitere Lehrlingsstellen sind vakant.
Rund 14 Lehrlinge arbeiten bereits heute an den pinken Schnellwechslern des Unternehmens. Zehn weitere Lehrlingsstellen sind vakant.

Erstes Ergebnis: Winkelbauer übernimmt Führerschein

An dieser Stelle kommen die Studierenden der Fachhochschule ins Spiel: Zielsetzung ist es, die Vorzüge des Unternehmens – auch in Konkurrenz zu großen Industrieunternehmen – an den Mann oder die Frau zu bringen. Dafür werden sich die Studenten in den nächsten Wochen intensiv mit dem Unternehmen Winkelbauer auseinandersetzen, den Betrieb besuchen und entsprechende Lösungsvorschläge an der Hochschule konzeptionieren. Ergebnisse der ersten Diskussionsrunden will Winkelbauer bereits umsetzen: „Wir bieten unseren neben einer vergleichsweise hohen Entlohnung auch Prämien für gute Leistungen sowie „Teambuilding“-Maßnahmen. Für ausgezeichnete Lehrlinge schaffen wir künftig mit einer Reise nach Schweden und der Übernahme von Kosten für Führerschein neue Anreize.“ Die Einführung der Maßnahmen ist für Winkelbauer allerdings nur der erste Schritt: „Es geht auch darum, diese Informationen einerseits an die richtige Zielgruppe zu adressieren, und andererseits herauszufinden, ob wir mit diesen Boni den Zeitgeist der jungen Generation treffen“, zeigt sich Winkelbauer offen für neue Ansätze. Das müsse er als Unternehmer auch sein, hebt er hervor, „denn als familiengeführtes Unternehmen in dritter Generation sind wir es gewohnt, immer wieder neue Wege zu gehen.“

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