Einst Walzwerk und Schmiedebetrieb, heute Hightech-Unternehmen: Inder obersteirischen Stahl Judenburg feilt man aktuell an der smarten Fabrik – schrittweise werden Prozesse digitalisiert und Schritte zum „Werk 4.0″ gemacht. Mit modernen Kamerasysteme und Lasermessungen will das über 110-jährige Traditionsunternehmen nun den nächsten Akzent setzen.

Höchste Präzision ist bei der Stahl Judenburg angesagt: Dabei werden die Mitarbeiter von digitalen Technologien unterstützt. (Credit: Stahl Judenburg/Ott)
Höchste Präzision ist bei der Stahl Judenburg angesagt: Dabei werden die Mitarbeiter von digitalen Technologien unterstützt. (Credit: Stahl Judenburg/Ott)

Einige Millionen Fahrzeuge sind es, die ohne Know-how aus Judenburg nicht die Kurve kriegen würden: Denn sogenannte Kurzstücke aus der Obersteiermark sind die Basis für Zahnstangen, die in der Lenkung unserer Autos zum Einsatz kommen. „Wir zählen nicht nur im Bereich der Kurzstücke zur Weltspitze. Unsere Produkte, allen voran Blankstahl, Kolbenstangen und Komponenten, sind weltweit gefragt“, betont Stahl Judenburg-Geschäftsführer Thomas Krenn. Bei der Produktion dieser meist in der Automotive-Industrie genutzten Bauteile wird naturgemäß nichts dem Zufall überlassen: „Am Markt differenzieren wir uns über Qualität – die ist entscheidend“, erklärt Krenn.

Laser und Kamera sorgen für Qualität

Führt den obersteirischen Traditionsbetrieb in die Zukunft: Geschäftsführer Thomas Krenn (Credit: Stahl Judenburg/Ott)
Führt den obersteirischen Traditionsbetrieb in die Zukunft: Geschäftsführer Thomas Krenn (Credit: Stahl Judenburg/Ott)

Um diese Qualität gewährleisten zu können, investiert das Unternehmen laufend in neue Technologien – wie etwa aktuell in die Produktion der Kolbenstangen: Während die Oberflächenbeschaffenheit des Produkts in der Vergangenheit vom menschlichen Auge überprüft wurde, herrscht nun digitale Qualität. Soll heißen: Die visuelle Qualitätskontrolle der Oberflächenbeschaffenheit der Kolbenstangen wird durch ein automatisiertes Kamerasystem festgestellt – potenzielle Fehler werden dadurch sofort erfasst. Ob eine Kolbenstange den hohen Judenburger Qualitätskriterien entspricht, hängt damit nicht nur mehr von menschlichen – und damit variierenden – Einschätzungen ab.

Das Besondere: Die Kamera justiert ihre Position selbstständig – auf Basis des Durchmessers, der über eine Lasermessung bestimmt wird. „Das schafft Entlastung am Arbeitsplatz. Da die Bewertung nicht mehr vom Menschen erfolgt, werden die Augen des Mitarbeiters geschont – und auch der Ergonomie ist die Maßnahme zuträglich: Die gebückte Haltung während der Kontrolle fällt weg“, ist Krenn überzeugt.

 Zeichen stehen auf Digitalisierung

Ein weiterer Vorteil der digitalen Maßnahme: Die gesamte Analyse und Auswertung von Qualitätsmerkmalen gesamter Chargen erfolgt automatisiert. Der damit einhergehende Aufbau einer umfangreichen digitalen Datenstatistik ermöglicht Ableitungen von Qualitätsverbesserungen. Es soll nicht der letzte IT-basierte Produktionsprozess – zumindest wenn es nach Michael Zuber, technischer Leiter in der Stahl Judenburg, geht: „Die nächsten Jahre stehen im Zeichen der Digitalisierung.“

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