AVL, Saubermacher & Co.: Die steirischen Top-Betriebe rittern in Zeiten des Fachkräftemangels um die besten Toptalente – und müssen sich auf völlig neue Gegebenheiten einstellen: Denn insbesondere die junge Generation an Steirern pocht selbstbewusst auf volle Entfaltung, volle Entlohnung und jede Menge Schmankerl. Vor allem die Kommunikation wird dabei für steirische Betriebe zum entscheidenden Faktor.

Sieht eine Machtverschiebung: AVL-Personalchef Tomaschitz (Credit: AVL)
Sieht eine Machtverschiebung: AVL-Personalchef Tomaschitz (Credit: AVL)
Mobiles Arbeiten und Handyerträge gehören zur Grundausstattung: Saubermacher-Personalchef Harald Gorucan (Credit: Saubermacher)
Mobiles Arbeiten und Handyerträge gehören zur Grundausstattung: Saubermacher-Personalchef Harald Gorucan (Credit: Saubermacher)

Selbstbewusste Jobeinsteiger, die sich im Vorstellungsgespräch nach flexiblen Arbeitszeiten erkundigen, nach der Vision des Arbeitgebers oder gar nach Hunde-Sittern – was für die gesetzte Generation vor Jahren noch undenkbar erschien, ist nun selbstverständlich: „Die Machtverhältnisse haben sich verschoben. Durch den Fachkräftemangel sind die Unternehmen in einem echten Kampf um die Talente, der sich durch die anstehende Pensionierungswelle der „Baby-Boomer“ noch weiter verschärft“, bestätigt AVL-Personalvorstand Markus Tomaschitz. „Die junge Generation, die sogenannten „Millenials“, also jene die um die 90er geboren wurden, legen größten Wert auf Eigenverantwortlichkeit, sind online und offline vernetzt – dementsprechend verschwimmen Arbeit und Freizeit“, betont auch Saubermacher-Personalchef Harald Gorucan. Für die steirischen Unternehmen ergebe das völlig neue Herausforderungen: „Die Ansprüche der Bewerber sind ungewöhnlich hoch. Es ist Grundvoraussetzung, Zusatzleistungen wie flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten oder Handyverträge anzubieten“, betont Gorucan.

Der steirische Kommunikationsexperte Christoph Sammer zeigt auf, dass er für steirische Unternehmen immer wichtiger wird, über Ziele und Visionen zu informieren. (Credit: Wolf)
Der steirische Kommunikationsexperte Christoph Sammer zeigt auf, dass er für steirische Unternehmen immer wichtiger wird, über Ziele und Visionen zu informieren. (Credit: Wolf)

Studie zeigt: Mehr Strahlkraft für Kleinbetriebe
Neu ist auch, dass der Bewerbungsprozess schon lange vor dem eigentlichen Gespräch startet: „Die jungen Menschen wollen sich mit den Zielen des Arbeitgebers identifizieren. Dementsprechend informieren sie sich vorab detailliert“, erklärt Kommunikationsexperte Christoph Sammer, der sich in einer aktuellen Forschungsarbeit mit der Unternehmenskommunikation im Hinblick auf Bewerber auseinandergesetzt hat. Sammer, der mit seinem Unternehmen „Salue“ Konzerne wie Infineon und die ÖBB in Kommunikationsthemen unterstützt, erklärt: „Kommunikation ist der neue Trumpf für die Unternehmen.“ Denn laut seinen Erhebungen gehe es daher auch immer mehr darum, dass Unternehmen proaktiv über Themen wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz aber auch Projekte informieren – idealerweise verpackt in spannenden Geschichten von Menschen aus dem Betrieb: „Arbeitgeber können vor allem im Softwarebereich auch über spannende Themenstellungen Mitarbeiter erreichen und so Bewerbungen initiieren“, erklärt Sammer. Nicht nur die ganz Großen wie Saubermacher, AVL & Co. seien es übrigens, die vermehrt auf Kommunikation setzen, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen, so der Steirer: „Große Unternehmen verfügen ohnedies über Strahlkraft und Bekanntheit, kleine Unternehmen müssen diese Faktoren oft erst aufbauen.“

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