Die diesjährige Konjunkturerhebung der steirischen Green Tech-Branche zeigt eindrucksvoll, dass Klimaschutz und wirtschaftliches Wachstum kein Widerspruch sind. Rekordzahlen gab es bei der Beschäftigung mit erstmals über 25.000 Personen (+7,48 %) und beim Umsatz, der erstmals über 5 Mrd. Euro (+3,66 %) kletterte. Damit sind die umsatzstärksten Umwelttechnikunternehmen im Green Tech Cluster vereint. Die grünen Technologien sind auch ein wahrer Exportschlager: Mehr als 96 % der Maschinen und Produkte werden außerhalb Österreichs verkauft. Damit werden weltweit rund 550 Millionen Tonnen CO2 eingespart.

BirdShades: Die Folie ist für das menschliche Auge unsichtbar. Vögel können die speziellen UV-Streifen wahrnehmen. (Credit: BirdShades - Peter Brandstätter)
BirdShades: Die Folie ist für das menschliche Auge unsichtbar. Vögel können die speziellen UV-Streifen wahrnehmen. (Credit: BirdShades – Peter Brandstätter)

Umsatz auf Rekordniveau

Von Mai bis Juni 2019 wurden 80 Unternehmen aus der Energie- und Umwelttechnik zu ihren Unternehmenszahlen befragt. Die Ergebnisse sind rekordverdächtig: Erstmals wurden mehr als 5 Milliarden Euro (+3,66 % zum Vorjahr) mit grünen Technologien umgesetzt. Der größte Teil dieses Umsatzes wurde dabei im Geschäftsfeld „Erneuerbare Energie“ mit 3.197 Millionen Euro (+3,84 %) erwirtschaftet. Gefolgt von den Bereichen „Nachhaltiges Bauen und Sanieren“ mit 955 Millionen (+2,30 %) und „Abfall und Stoffstrommanagement“ mit 732 Millionen Euro (+9,82 %). Den prozentuell größten Zuwachs konnte die Sparte „Wasser/Abwasser“ mit 26,04 % auf insgesamt 104 Millionen Euro verzeichnen.

Beschäftigung im Aufwind: Potenzial für Wachstum vorhanden

Insgesamt sind erstmals mehr als 25.000 Menschen in der steirischen Green Tech Branche beschäftigt. Dies entspricht rund 5 % der gesamten steirischen Aktivbeschäftigten. Die meisten Personen sind in den Bereichen „Erneuerbare Energie“ (13.139 Personen) und „Abfall und Stoffstrommanagement“ (5.712 Personen) erwerbstätig. Das größte Beschäftigungswachstum gab es in den Bereichen „Erneuerbare Energie“ (+11,62 %) und „Wasser/Abwasser“ (+4,46 %). Eine der größten Herausforderungen der Branche ist derzeit die Verfügbarkeit von geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mehr als die Hälfte der Unternehmen gibt an, nur eingeschränkt auf Fachkräfte zugreifen zu können.

eologix: Inzwischen wird bereits jedes zweite Windrad in Österreich mit einem Eisdetektionssystem von eologix
ausgestattet. (Credit: eologix)

Forschung & Export als Standpfeiler erfolgreicher Unternehmen

Die steirischen Green Tech-Unternehmen setzen weiterhin stark auf Forschung und Export. Der F&E-Aufwand befindet sich mit 4,47 % vom Umsatz auf sehr hohem Niveau. Mehr als 96 % der grünen Produkte und Maschinen werden ins Ausland exportiert. Die wichtigsten Handelspartner sind die USA, gefolgt von China, Schweiz, Japan und Australien. Länderübergreifend ist der asiatische Markt, gefolgt von Nordamerika und Europa der größte Abnehmer für steirische Umwelttechnologien.

20 % des weltweit erzeugten Stroms mit steirischer Technologie

Auch wenn die Steiermark nur 1,2 Mio. Einwohner hat, die hier produzierten Technologien haben auch im globalen Maßstab eine große Wirkung: 550 Mio. Tonnen CO2 sparen steirische Lösungen weltweit pro Jahr ein. Das ist 40-mal mehr als die Region emittiert. Allen voran haben 20 % des globalen grünen Stroms ein steirisches Herz, gewonnen aus Wasserkraft-, Biomasse- und Solaranlagen. Die so erzeugten 1.220 Terrawattstunden entsprechen dem Jahres-Stromverbrauch ganz Indiens.

Hotspot für globale grüne Technologien

Suntap: Der weltweit günstigste solare Warmwasseraufbereiter. (Credit: Suntap)
Suntap: Der weltweit günstigste solare Warmwasseraufbereiter. (Credit: Suntap)

Jährlich erzeugen Biomasse- und Solaranlagen aus diesem Technologie-Hotspot weltweit 100 TWh grüner Wärme und Kälte. Das entspricht in etwa dem gesamten Fernwärmebedarf Deutschlands. Im Bereich der Mobilität werden rund 960 Mio. Liter Biotreibstoff in steirischen Anlagen erzeugt, ausreichend für 107 Strecken von der Erde zur Sonne. Und die 116.000 Akku-Packs aus der Steiermark treiben 4 % aller in Betrieb befindlichen globalen Elektro- und Hybrid-Autos an. Doch auch das Recycling trägt zur Senkung der Klima-Emissionen z.B. in der Glasindustrie bei: 26 Mio. Tonnen Glas werden weltweit mit steirischen Sortieranlagen recycliert, das ist doppelt so viel als in der EU gesammelt werden.

Größtes Netzwerk grüner Start-ups

Von den befragten Unternehmen waren 64 % Kleinunternehmen, 15 % Mittelständer und 21 % Großunternehmen. Dies zeigt, dass insbesondere Start-ups und Kleinunternehmen eine immer wichtigere Rolle neben den etablierten Umwelttechnikunternehmen spielen. Graz ist Hotspot grüner Jungunternehmenden und mehr als 40 Start-ups entwickeln im Green Tech Cluster Projekte für eine lebenswerte Zukunft. Damit ist der steirische Umwelttechnikcluster das größte Netzwerk grüner Start-ups in Österreich.

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