Mit Investitionen in Millionenhöhe hat sich die Stahl Judenburg der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit verschrieben. Mit den Maßnahmen spart der steirische Stahlverarbeiter bares Geld sowie den jährlichen Energieverbrauch eines durchschnittlichen Einfamilienhaushalts ein – und das jeden Tag.

Einst Schmiede, heute Hightech-Betrieb: In der Stahl Judenburg wurden kontinuierlich zahlreiche digitale Prozesse implementiert, zuletzt auch eine nachhaltige Beleuchtung in den Werkshallen. (Credit: G. Ott)
Einst Schmiede, heute Hightech-Betrieb: In der Stahl Judenburg wurden kontinuierlich zahlreiche digitale Prozesse implementiert, zuletzt auch eine nachhaltige Beleuchtung in den Werkshallen. (Credit: G. Ott)

Es ist ein neuer Glanz, der die Werkshallen der Stahl Judenburg erstrahlen lässt: Weniger sind damit die hochtechnologischen Maschinen und modernen Anlagen gemeint, die mittlerweile auf dem seit 1906 bestehenden Werksstandort Platz greifen – und die die einstige Schmiede zum Hightech-Unternehmen avancieren hat lassen. Vielmehr zeichnet dafür bei der Stahl Judenburg, die zur deutschen GMH Gruppe zählt, eine neue Beleuchtung verantwortlich: 500 neue LED-Lampen setzen die Produktion von Kolbenstangen, Blankstahl und Komponenten, die hauptsächlich in der Automotive-Industrie Anwendung finden, ins rechte Licht. „Neben der höheren Sicherheit für unsere Mitarbeiter war der Austausch Teil unseres langfristigen Nachhaltigkeitskonzepts. Allein durch diese Maßnahme können mehr als 350.000 Kilowattstunden jährlich am Standort eingespart werden“, betont Stahl Judenburg-Geschäftsführer Thomas Krenn, der als CEO der GMH-Sparte Stahlverarbeitung auch deutsche Standorte verantwortet.

Investiert in Millionenhöhe in nachhaltige und wirtschaftliche Maßnahmen: Stahl Judenburg-Chef Thomas Krenn (Credit: CS)
Investiert in Millionenhöhe in nachhaltige und wirtschaftliche Maßnahmen: Stahl Judenburg-Chef Thomas Krenn (Credit: CS)

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Der Einsatz von energiesparender LED-Beleuchtung ist eine von zahlreichen Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit am 450-köpfigen Standort – auch ein innovativer Wärmetauscher, der die früher ungenutzte Abwärme der hitzeintensiven Produktion nun zurück in den Energiekreislauf des Unternehmens bringt und so für ein betriebsinternes Fernwärmesystem sorgt, ist in Betrieb gegangen. Auch an vermeintlich kleineren Stellschrauben wurde gedreht: So sparen minimale, unterschiedliche Maßnahmen an einzelnen Maschinen fast 30.000 Kilowattstunden pro Jahr, die Umstellung der Wasserwirtschaft auf zentrale Anlagen sogar doppelt so viel.

Eine Million Kilowattstunden – pro Jahr 
Insgesamt konnten dadurch heuer und im vergangenen Jahr mehr als eine Million Kilowattstunden an Energie eingespart werden. Als Anhaltspunkt: Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht in etwa 3.000 Kilowattstunden pro Jahr. Demnach spart die Stahl Judenburg den Jahresenergieverbrauch eines durchschnittlichen Einfamilienhaushalts ein – pro Tag. „Als einer der wichtigsten Arbeitgeber im Murtal wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und unseren Beitrag für die Region leisten. Unsere Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit beweisen aber auch, dass sich wirtschaftliche und ökologische Interessen nicht widersprechen müssen“, betont Stahl Judenburg-CEO Krenn. Heißt konkret: Sämtliche Amortisationszeiten der Nachhaltigkeitsmaßnahmen belaufen sich auf zwischen drei und fünf Jahren – insgesamt wurden mehr als drei Millionen Euro seit 2017 allein in Maßnahmen des Klimaschutzes investiert. Auch zur Reduktion von CO2: Die Anlieferung des Ausgangsmaterials, das in Judenburg weiterverarbeitet wird, ist in den letzten Jahren kontinuierlich von Lkw auf Schiene umgestellt worden – mehr als 1.000 Tonnen CO2 werden so jährlich eingespart. „In einem hochkonkurrierenden Umfeld, das ständigen Konjunkturschwankungen ausgesetzt ist, gilt der Hauptfokus naturgemäß der Wirtschaftlichkeit jeder einzelnen Maßnahme. Daraus machen wir kein Geheimnis. Wenn die Kostenstrukturen allerdings eine Umstellung erlauben, dann versuchen wir dies umzusetzen“, erklärt Krenn. Noch heuer sollen weitere Maßnahmen in Judenburg für mehr Nachhaltigkeit – und Wirtschaftlichkeit – ergriffen werden.

Zählt zur deutschen GMH Gruppe: das obersteirische Hightech-Unternehmen Stahl Judenburg (Credit: G. Ott)
Zählt zur deutschen GMH Gruppe: das obersteirische Hightech-Unternehmen Stahl Judenburg (Credit: G. Ott)
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