Zwischen Wolkenkratzern, Wüsten und künstlichen Palmeninseln sind die Entwicklungen des steirischen Baumaschinenausrüster Winkelbauers gefragt: Die tonnenschweren Baggerarme des oststeirischen Betriebs sind aktuell auf Baustellen unweit von Dubai im Einsatz. Auch in heimischen Tunnels setzt man auf die Angerer Baumaschinenausrüstungen.

Der Winkelbauer-Teleskoparm ist in der persischen Millionenmetropole Dubai gefragt. (Credit: Winkelbauer)
Der Winkelbauer-Teleskoparm ist in der persischen Millionenmetropole Dubai gefragt. (Credit: Winkelbauer)

Über 40 Grad – im Schatten. In der Oasenstadt al-Ain –  unweit der persischen Millionenmetropole Dubai und dem Oman gelegen – wird trotz brütender Hitze zwischen menschenleeren Wüsten und dem Trubel der Großstadt an der Infrastruktur der Zukunft gefeilt. Mit der sogenannten „Microtunneling“-Grabtechnik werden in über 18 Metern Tiefe Rohrleitungen verlegt – steirisches Know-how ist dabei entscheidend: Denn das spezielle Verfahren erfordert innovative Baggerarme des steirischen Baumaschinenausrüsters Winkelbauer, die mit Hochpräzision in die Tiefe greifen. „Konkret sorgen unsere sogenannten Teleskoparme und Greifer für die Aushübe der alle paar Meter notwendigen Schächte, in denen die zu verlegenden Rohre hinuntergelassen werden“, erklärt Geschäftsführer Michael Winkelbauer. Vorteil der Winkelbauer-Entwicklung gegenüber Standard-Geräten: „Während Bagger in der Regel maximal sieben, acht Meter in die Tiefe greifen können, schaffen unsere in Anger bei Weiz produzierten Teleskoparme bis zu 23 Meter“, betont Winkelbauer. Rund 80 Schächte sollen mit der oststeirischen Bagger-Ausrüstung im kommenden Jahr in Dubai ausgehoben werden. „Ein durchaus ambitioniertes Vorhaben, da die vielen kilometerlangen Rohrleitungen durch Wüste und enge Stadtgebiete führen“, weiß Winkelbauer. Der Startschuss ist vor einigen Tagen mit der Inbetriebnahme des Teleskoparms gefallen: Winkelbauer-Mitarbeiter waren hierfür in al-Ain, um für Montage, technische Einschulung und Vor-Ort-Instruktion bzw. Beratung des Kunden, ein renommiertes Bauunternehmen mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, zu sorgen.

Dauerbrenner am Persischen Golf
Für das 130-köpfige oststeirische Unternehmen ist der Ausflug an den Persischen Golf kein Novum: Schon in der Vergangenheit wurden etwa für U-Bahn-Bauten in Abu Dhabi und Islamabad steirische Baumaschinenausrüstungen geordert. „Insbesondere für Kunden auf der Arabischen Halbinsel haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder Teleskoparme produziert. Die meisten Arme sind aktuell in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Einsatz“, bestätigt Winkelbauer. Der Grund liegt auf der Hand: Insbesondere in engverbauten Gebieten braucht es platzsparende Lösungen zum Aushub – etwa beim Bau von Straßenbahnen und innerstädtischen Parkgaragen. Das Ende der Fahnenstange sei am Persischen Golf noch nicht erreicht, prognostiziert Winkelbauer: „Wir gehen von einer positiven Entwicklung im aktuellen Bauvorhaben – auch aufgrund unserer Teleskoparme – aus. Weitere Beauftragungen sind dann durchaus möglich.“

Beschäftigt 130 Mitarbeiter am Standort in Anger bei Weiz: Geschäftsführer Michael Winkelbauer (Credit: Winkelbauer)
Beschäftigt 130 Mitarbeiter am Standort in Anger bei Weiz: Geschäftsführer Michael Winkelbauer (Credit: Winkelbauer)

Erfolgreich auch in heimischen Tunnels
Neben den Teleskoparmen ist Winkelbauer in der Branche vor allem als Verarbeiter von hochfesten Stählen bekannt: Auf einer Produktionsfläche von mittlerweile 10.000 Quadratmetern entstehen neben Teleskoparmen und Schnellwechslern – diese verkürzen den Umrüstaufwand von Bagger-Ausrüstungen – auch hochwertige Komponenten und Verschleißteile. Dazu werden jährlich rund 4.000 Tonnen Stahl verarbeitet, der direkt aus dem schwedischen Oxelösund zugeliefert wird: Hardox-Erzeuger SSAB, die renommierteste Adresse weltweit, wenn es um die Erzeugung von hochqualitativen Verschleißstähle geht, ernannte Winkelbauer zum offiziellen Hardox-Wearparts-Partner. Mit diesen Verschleißteilen ist Winkelbauer auch im Tunnelbau erfolgreich: „In Österreich gibt es wohl kaum ein Bundesland, in dem keine Komponenten von uns im Einsatz sind. Denn unsere verschleißbeständigen Komponenten sorgen für Licht am Ende von etwa Brenner-, Koralm- und Semmeringtunnel. Kein österreichisches Tunnelprojekt kommt ohne Teile von uns aus“, erklärt Winkelbauer.

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