Die Menschen wollen immer länger selbstständig und fit bleiben. Gerade im häuslichen Umfeld wächst die Akzeptanz für die Möglichkeiten, die sich durch smarte Unterstützungstools ergeben. Solche Tools für „Active and Healthy Ageing“ (AHA) werden von Mitgliedern des steirischen Humantechnologie-Clusters entwickelt – etwa von e_nnovation und TELBIOMED. Dass dies ein wachsendes Stärkefeld der Steiermark ist, bestätigt die neuerliche Auszeichnung der Steiermark als europaweite AHA-Referenzregion.

Die gesunden Lebensjahre der Menschen in Europa zu erhöhen – das ist das Ziel der internationalen Initiative „European Innovation Partnership (EIP) on Active and Healthy Ageing (AHA)“ – einer Partnerschaft für aktives und gesundes Leben im Alter. Die Steiermark spielt hier eine zentrale Rolle, wie kürzlich bei einer Konferenz in Aarhus (Dänemark) offiziell kundgetan wurde. „Wir sind für weitere 3 Jahre als Österreichs einzige Referenzregion für aktives und gesundes Altern bestätigt und dabei mit 3 statt bislang 2 Sternen ausgezeichnet worden“, freut sich Johann Harer, Geschäftsführer des steirischen Humantechnologie-Clusters. Der Cluster koordiniert die Initiativen der Referenzregion mit ihren 37 steirischen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesundheit und auf Gemeindeebene. „Die Steiermark bleibt als einziges österreichisches Bundesland Referenzregion für aktives und gesundes Altern. Das ist eine weitere Bestätigung für das Stärkefeld Humantechnologie, das sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt hat. „Wir haben in der Steiermark eine Vielzahl an Unternehmen und Forschern, die sich mit dem demografischen Wandel beschäftigen. Sei es in Form von Smart-Home-Lösungen, die es ermöglichen, eigenständiger und länger in den eigenen 4 Wänden zu leben, im Gesundheitstourismus oder im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel. Bereits in den letzten Jahren – wir sind bereits seit 2016 Referenzregion – haben wir hier die Vernetzung gestärkt und Projekte vorangetrieben, unter anderem mit der internationalen Health Conference Alps-Adria in Bad Radkersburg im heurigen Jahr. Der demografische Wandel ist eine Herausforderung, aber auch eine große Chance für regionale Wertschöpfung“, so Harer.

Freuen sich über die Verlängerung der Referenzregion „Active and Healthy Aging“: Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus, Europa, Wissenschaft und Forschung und Johann Harer, Geschäftsführer des steirischen Humantechnologie-Clusters (Credit: HTS/Milatovic)
Freuen sich über die Verlängerung der Referenzregion „Active and Healthy Aging“: Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus, Europa, Wissenschaft und Forschung und Johann Harer, Geschäftsführer des steirischen Humantechnologie-Clusters (Credit: HTS/Milatovic)

Regina Roller-Wirnsberger von der Med Uni Graz leitet eine Aktionsgruppe im Rahmen von „European Innovation Partnership (EIP) on Active and Healthy Ageing (AHA)“ und erläutert: „Ziel der Initiative ist es, über einen „bottom-up approach“ Best Practice Beispiele aus den Europäischen Mitgliedsstaaten, die nachweislich und nachhaltig die Autonomie und Selbstständigkeit der Bürgerinnen und Bürger bis ins hohe Lebensalter fördern, sichtbar und für möglichst viele Stakeholder zugänglich zu machen.“

Emma – smarte Lebensassistenz für zu pflegende Personen und ihre Angehörigen

e-nnovation better life solutions GmbH ist eines der zahlreichen Mitgliedsunternehmen des Humantechnologie-Clusters und entwickelt Lösungen für ein gesundes und selbständiges Leben im Alter. Das Unternehmen wurde in einem gemeinsamen Spin-off der Firmen exthex GmbH und Know-Center GmbH Anfang 2019 gegründet. Mit EmmaHome hat das Team eine sprachgesteuerte Assistenz entwickelt. Julia Aldrian von e-nnovation: „EmmaHome erinnert zu pflegende Personen daran, etwas zu trinken, die Medikamente zu nehmen oder zum Arzt zu gehen. Das funktioniert über Zeitsteuerung bzw. auch über Smart Home Sensoren wie Bewegungsmelder im Haus. Ebenso kann der Nutzer aktiv Hilfe anfordern und Notrufe absetzen“.

TELBIOMED unterstützt Patienten mit Herzinsuffizienz beim Alltag zuhause

300.000 Menschen österreichweit sind laut Kardiologen von dieser Krankheit betroffen, 80 Prozent davon sind über 65 Jahre alt. Bei den Therapien ortet man noch großes Potenzial – genau hier setzt TELBIOMED an. Das Mitgliedsunternehmen des Humantechnologie-Clusters wurde 2017 als Spin-off des AIT Austrian Institute of Technology gegründet und ist im Smart Business Center Graz-West angesiedelt. Unter anderem hat TELBIOMED mit TBM CARDIO ein digitales System für die Therapie von Herzinsuffizienz entwickelt. Die große Nachfrage spiegelt sich in der Unternehmensentwicklung wider, von anfangs 2 ist man bereits auf 5 Mitarbeiter gewachsen. Geschäftsführer Peter Kastner erläutert: „Wir bieten nicht nur eine App an, mit dem die Patienten ihre Gesundheitsdaten dokumentieren, sondern ein umfassendes Datenmanagementsystem, welches folgende 4 wesentlichen Säulen eines integrierten Versorgungsprogramms unterstützen: Schulung, Monitoring, Therapieanpassung und Kommunikation. Damit sind wir Vorreiter in diesem Bereich. Pflegefachkräfte werden intensiv von uns geschult, diese erläutern dann den Patienten den Umgang mit TBM CARDIO. Über eine entsprechende Patienten-App können damit Gesundheitsparameter wie Blutdruck, Blutzucker oder Herzfrequenz einfach und sicher erfasst und kontrolliert werden – auch von zuhause aus. Die Patienten stehen dabei in laufendem Kontakt mit den Pflegefachkräften, welche die Werte überprüfen und bedarfsgerecht, unter Anleitung von Ärzten, darauf reagieren. Nur so lässt sich höchste medizinische Qualität und Datensicherheit gewährleisten. Maximaler Datenschutz ist durch komplexe Verschlüsselung gewährleistet.“

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