Teamarbeit erfreut sich unter heimischen Mitarbeitern an großer Beliebtheit, Kritik wird jedoch häufig an Teamleadern geübt.

Österreich ist ein Land der Teamplayer: Mehr als 90% aller Angestellten arbeiten gern im Team, sind mit ihrem derzeitigen Team zufrieden (82%) und unterstützen sich gegenseitig, wenn die Zeit mal knapp wird (73%). Das zeigt eine aktuelle Umfrage von StepStone unter mehr als 1.100 Arbeitnehmern in ganz Österreich.

„Gemeinsames Mittagessen“, „Austausch auf Augenhöhe“ und die Gewissheit, sich „zu 100% auf die Kollegen verlassen“ zu können, sind nur einige der Vorteile der Teamarbeit, die von Studienteilnehmern genannt wurden. Die freundschaftliche Stimmung im Büro wird auch nach Feierabend gepflegt: Knapp jeder Dritte (31%) verbringt auch außerhalb der Arbeit Zeit mit seinen Kollegen, nur 12% möchten Arbeit und Privates nicht vermischen.

Bei schlechter Stimmung droht Kündigung

Österreicher mögen es, im Team zu arbeiten.
Eine Studie von StepStone zeigt: Österreicher mögen es, im Team zu arbeiten.

Ist die Harmonie zwischen den Kollegen gestört, hat das empfindliche Auswirkungen auf die Arbeitsmoral, zeigt die Umfrage: Fast jeder dritte Arbeitnehmer (28%) zieht sich zurück oder würde sogar eine Kündigung ins Auge fassen, wenn er sich im Team nicht wohlfühlt. Besonders gefährlich: Auch fast jede zehnte befragte Führungskraft (9%) flüchtet in den inneren Rückzug, wenn die Atmosphäre im Team unangenehm wird.

Diese Entwicklung kann die Leistung des gesamten Unternehmens gefährden, so Rudi Bauer, Geschäftsführer von StepStone Österreich: „Wer im inneren Exil ist, tauscht sich nicht mehr mit Kollegen aus und fühlt sich von den anderen nicht verstanden. Das baut Kommunikationshürden auf, die die tägliche Arbeit hemmen und schlimmstenfalls sogar die Produktivität schmälern.“

Teamleader stehen in der Kritik

Tatsächlich sind Teamleiter stärker gefordert, die Kommunikation im Team aufrecht zu halten, zeigt die Umfrage: Zwar sind die meisten Chefs davon überzeugt, ihrem Team jederzeit zur Verfügung zu stehen (90%) – für jeden vierten Mitarbeiter (26%) ist ihr Vorgesetzter aber nur schwer zu fassen. Ein weiteres Drittel (33%) bedauert, dass sich die Teamleitung nicht um einen ausreichenden Informationsfluss kümmert, obwohl neun von zehn Führungskräften (89%) angeblich alle wichtigen Details kommunizieren.

Ein Drittel aller Mitarbeiter (33%) hat keine Ahnung, welche Ergebnisse und Leistungen ihre Teamleitung von ihnen erwartet, obwohl 88% aller Chefs vermeintlich klare Ziele vorgeben. Auch in Punkto Fehlerkultur findet die Umfrage große Auffassungsunterschiede: Obwohl fast alle (94%) Führungskräfte davon überzeugt sind, aus (eigenen) Fehlern zu lernen, ist fast jeder Zweite (47%) der Meinung, dass Chefs aus Schaden alles andere als klug werden.

„Keine Follow-Me Aura“

Arbeitnehmer bemängeln an ihren Teamleitern unter anderem „keine Follow-Me Aura, keine echte Leidenschaft für Arbeit und Produkt, kein übergreifender Handlungsrahmen…“ und „Gespräche auf Need-to-Know-Basis statt über die gesamte Firma“. Dinge werden „zu kurzfristig oder zu unverständlich kommuniziert“, neue Ideen nur „langsam umgesetzt“. Auch dass so manche Abteilungsleiter „ihre Lieblinge haben“ und „rauchen, ohne auszustempeln“, ist so manchem Mitarbeiter ein Dorn im Auge.

Um Ruhe und Struktur ins Team zu bringen, rät Rudi Bauer zu transparenten und klaren Zielen. Diese müssen allerdings in die Gesamtstrategie des Unternehmens eingebettet sein: „Teamleiter müssen die eigene Mannschaft schon in der Kommunikation mit auf die Reise nehmen. Mehr denn je verlangen moderne Mitarbeiter nach einer Führungskraft, die nicht nur anleitet, sondern inspiriert und mit einer klaren Vision vorangeht.“

 

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