Die Statistik Austria konnte kürzlich die Umsatzprognosen von WIFO und Handelsverband für das Weihnachtsgeschäft 2019 bestätigen: Demnach erzielte der österreichische Einzelhandel im Dezember ein nominelles Umsatzplus von +1,4% (inflationsbereinigt: +0,6%) im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Rainer Will, Handelsverband-Geschäftsführer (Credit: Handelsverband)
Rainer Will, Handelsverband-Geschäftsführer (Credit: Handelsverband)

Das österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und der Handelsverband hatten in ihrer Umsatzprognose für das Weihnachtsgeschäft ein ähnliches Plus von 1,2% berechnet. Mit 24 Einkaufstagen hatte der Dezember 2019 gleich viele Verkaufstage wie der Dezember 2018.

Österreichischer Einzelhandel erwirtschaftete 2019 Umsatzplus von real 1,3%

Im Gesamtjahr 2019 konnten die österreichischen Einzelhandelsunternehmen laut vorläufigen Ergebnissen der Statistik Austria eine nominelle Umsatzsteigerung von +2,1% erzielen. Aus all diesen Faktoren leitet der Handelsverband einen Gesamtjahresumsatz 2019 für den österreichischen Einzelhandel von 77,1 Mrd. Euro brutto ab. Bezieht man die Inflationsrate von 1,7% ein, hat der heimische Handel 2019 eine Umsatzsteigerung von +1,3% verzeichnet.

„Der österreichische Einzelhandel hat sich 2019 stabil entwickelt. Unsere stationären und Online-Händler konnten ihre Umsätze um +1,3% auf insgesamt 77,1 Milliarden Euro steigern. Hinzu kommen allerdings noch mehr als 4,2 Milliarden Euro, die heimische Konsumenten bei Webshops aus Drittstaaten ausgeben. Hier herrschen nach wie vor unfaire steuerliche und abgabenrechtliche Wettbewerbsbedingungen vor, die sowohl von der österreichischen Bundesregierung als auch von der Europäischen Kommission dringend angepasst werden müssen“, führt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will aus.

HV Konsumbarometer: Verbraucherstimmung in Österreich positiver als in Deutschland

Die Verbraucherstimmung präsentiert sich in Österreich zu Jahresbeginn laut aktuellem Handelsverband Konsumbarometer optimistisch.
Die Verbraucherstimmung präsentiert sich in Österreich zu Jahresbeginn laut aktuellem Handelsverband Konsumbarometer optimistisch.

Auch die Verbraucherstimmung präsentiert sich in Österreich zu Jahresbeginn laut aktuellem Handelsverband Konsumbarometer optimistisch. Mit einem Wert von 103,08 weist es für Dezember 2019 den zweithöchsten Wert seit Beginn der Erhebungen (im März 2019) auf. Die Verbraucherstimmung ist damit nach einer verhaltenen Entwicklung in den Sommermonaten im vierten Quartal 2019 deutlich angestiegen. Ganz anders die Situation in Deutschland, wo das aktuelle HDE-Konsumbarometer einen neuen Tiefststand erreicht hat.

Die Einkommenserwartung der befragten Personen liegt im Dezember 2019 mit 109,84 um ganze 9,84 Punkte über dem Referenzwert von März 2019. Eine starke Steigerung hat zuletzt auch die Anschaffungsneigung der österreichischen Verbraucher gebracht. Im 9-Monate-Vergleich verzeichnen November (106,87) und Dezember mit 106,40 die mit Abstand höchsten Werte.

Der positive Konsumbarometer-Ausblick des Handelsverbandes wird durch die WIFO Wirtschaftszahlen für das vierte Quartal bzw. für das Gesamtjahr 2019 untermauert. So hat zwar der anhaltende Rückgang der Industriekonjunktur die gesamtwirtschaftliche Dynamik auch in den Wintermonaten gebremst, dafür ist der Dienstleistungssektor als Wachstumsmotor eingesprungen. Allein im Handel konnte die Wertschöpfung im vierten Quartal 2019 um +0,3% ausgeweitet werden. Damit setzt sich das österreichische BIP-Wachstum auf niedrigem Niveau fort. Für 2019 ergibt sich laut WIFO ein Wirtschaftswachstum von real 1,6%.

Coronavirus als Unsicherheitsfaktor für Welthandel

Zu einem massiven Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft hat sich in den letzten Wochen das Coronavirus entwickelt. Bei einigen Rohstoffen und Halbfertigprodukten, bei denen Europa stark von chinesischen Importen abhängig ist, sorgen aktuelle Versorgungsängste für steigende Preise. Sollten chinesische Produktionsstätten weiterhin geschlossen und Transportkapazitäten in China länger eingeschränkt bleiben, ist mit starken Preis- und Lieferrisiken zu rechnen.

 

Load More In Allgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*

Check Also

Coronavirus als Feuerprobe für Unternehmen: Mögliche Auswirkungen auf Lieferketten

Die durch das Coronavirus verursachten Zwangspausen in vielen chinesischen Unternehmen bel…