„Corona“ und das Klima machen es notwendig, dass die globale Luftfahrtindustrie ihre Kompasse neu einnordet: Das Flugzeug der Zukunft hebt daher in Richtung Nachhaltigkeit ab – auch dank steirischer Technologien. Bei Antemo in St. Peter ob Judenburg entstehen etwa hochpräzise Komponenten für internationale Lufttaxis, die ein nachhaltiges Vorankommen über den Wolken ermöglichen.

Steuert den Flugzeugzulieferer Antemo: Geschäftsführer Herbert Brunner (Credit: Antemo/CS)
Steuert den Flugzeugzulieferer Antemo: Geschäftsführer Herbert Brunner (Credit: Antemo/CS)

Um spektakuläre Prognosen ist die internationale Luftfahrtindustrie selten verlegen: Noch im Dezember gingen Experten von einer Steigerung der weltweiten Passagierzahlen bis 2040 auf über 9,4 Milliarden aus – inklusive Wachstum der Flüge auf 53 Millionen. „Corona“ sorgte für einen Absturz der globalen Industrie: Flugverbote brachten den Passagierverkehr mit mehr als 90 Prozent an Streichungen phasenweise zum Erliegen. Am Luftfahrthimmel sind dunkle Gewitterwolken aufgezogen: „Der Druck auf Airlines und Flugzeugbauer ist groß – dringend nötiges Kapital durch öffentliche Gelder ist aktuell meist mit Eingeständnisse auf Klimaebene verbunden“, weiß Herbert Brunner, Geschäftsführer des obersteirischen Flugzeugzulieferers Antemo. Brunner weiß wovon er spricht: Weltweit beliefern er und sein Team Luftfahrthersteller mit hochpräzisen Innenraumkomponenten. Know-how aus dem Aichfeld findet sich in Form von Business-Tischen, Sichtblenden und Schlösser bei großen Flugzeughersteller rund um den Globus – so fliegen renommierte Hersteller wie Airbus, Bombardier, Embraer & Co. insbesondere im Luxus- und VIP-Bereich auf Antemo-Komponenten.

 Zukunftsorientiert: Der gesamte Antemo-Neubau ist nachhaltig ausgerichtet.
Zukunftsorientiert: Der gesamte Antemo-Neubau ist nachhaltig ausgerichtet.

Wie sich die angespannte Situation über den Wolken auf Antemos wirtschaftliche Großwetterlage auswirkt? „Aus der Vergangenheit wissen wir, dass sich Krisen zeitversetzt auf unseren Markt auswirken und uns in der Regel etwas später treffen wird. Daher rechnen wir in den nächsten Monaten mit sehr herausfordernden Zeiten“, erklärt Brunner. Während internationale Flugzeugbauer straucheln, ist die Murtaler Innovationsschmiede noch auf Kurs. Das obersteirische Erfolgsrezept gründet mit in den strategischen Fokus der Nachhaltigkeit: „Wir beliefern nicht nur die klassische Flugzeugindustrie. Unsere innovativen CNC-Komponenten sind auch Teil der elektrisch betriebenen Lufttaxi-Industrie“, sagt Brunner. Heißt: Aktuell noch futuristisch anmutende E-Kleinflugzeuge, die insbesondere in Großstädten wie unter anderem in Dubai und Singapur bereits getestet wurden, haben hochpräzise Komponenten von Antemo verbaut. Der nachhaltige Luftverkehr fristet kein Schattendasein bei Antemo: „Wir sind der festen Überzeugung, dass Flugtaxis auf lange Sicht Bauteil der modernen Mobilität von morgen sein wird. ‚Corona‘ könnte diesen Vorgang beschleunigen“, so der Geschäftsführer, der betont: „Dabei zeigt sich: In jeder Krise steckt eine Chance auf Innovation. Wir wollen Teil dieser Neuerung sein.“

Hochmoderne CNC-Anlagen und der 3D-Druck finden sich bei Antemo im Murtal.
Hochmoderne CNC-Anlagen und der 3D-Druck finden sich bei Antemo im Murtal.

Nachhaltiger Unternehmenssitz

Der Nachhaltigkeit hat sich Antemo nicht nur auf Marktebene verschrieben: Der gesamte Neubau der Antemo-Produktionsstätte im Jahr 2018 erfolgte einer auf Umweltschutz ausgerichteten Strategie. „Diese beginnt beim Einsatz von Photovoltaikanlagen und klimaschonenden Ressourcen beim Bau unseres Luftfahrt-Kompetenzzentrums und geht bis zum fortlaufenden, nachhaltigen Energie-Management unseres Betriebs. Darüber hinaus ist rund ein Drittel unserer Investitionssumme von 2,2 Mio. Euro in der Region geblieben – auch wegen der kurzen Wege“, erklärt Antemo-Chef Brunner.

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