Auf geht es in schwindelerregende Höhen: Schrittweise wird aktuell das „Rinterzelt“, die Abfallbehandlungsanlage der Stadt Wien, seit 2018 durch neue Bauten ersetzt. Mit einem spektakulären „Flugbagger“ und einem 72 Tonnen schweren Kran wird dabei ein 70 Meter hoher Turm abgerissen – das „Fliegen“ hat der ferngesteuerte Roboterbagger vom oststeirischen Baumaschinenausrüster Winkelbauer gelernt.

Maximale Sicherheit ist beim Abriss des 70 Meter hohen Turms gefragt. (Credit: WI/Pötscher)
Maximale Sicherheit ist beim Abriss des 70 Meter hohen Turms gefragt. (Credit: WI/Pötscher)

Ein ferngesteuerter, elektrisch betriebener Roboterbagger, ein 72 Tonnen schwerer Kran – und ein 70 Meter hoher Turm: Die Ingredienzen für den Abbruch des letzten Relikts des „Rinterzelt“, die in die Jahre gekommene, zeltförmige Abfallbehandlungsanlage der Stadt Wien, muten spektakulär an. Nach dem 2018 erfolgten Baustart eines viergeschossigen Verwaltungsgebäudes inklusive Labors und dem Abbruch des 170 Meter Durchmesser fassenden „Rinterzelt“ ist der Turm-Abbruch der vorläufige Höhepunkt des Wiener Bauprojekts – im wahrsten Sinne des Wortes: Denn in 70 Metern Höhe sorgt ein ferngesteuerter Roboterbagger für den Abbruch – in die Luft wird er dabei mit einem 72 Tonnen schweren Kran gehoben. Verantwortlich für das Konzept des aufsehenerregenden Einsatzes zeichnet der oststeirische Baumaschinenausrüster Winkelbauer. „Die Sprengung des verbliebenen Turms würde im Stadtgebiet zu große Erschütterungen auslösen, für einen klassischen Abrissbagger ist der Turm zu hoch, daher musste eine innovative Lösung angedacht werden“, erklärt Geschäftsführer Michael Winkelbauer. In der „Ideenschmiede“ des Unternehmens, also der hauseigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung, wurde der Auftraggeber fündig: Eine spezielle Hebetraverse sowie Ausschub- und Stabilisationsrohre – also insgesamt jenes Gerüst, das für die Stabilisierung des Baggers in schwindelerregenden Höhen sorgt – wurden innerhalb kürzester Zeit konstruiert und gefertigt. „Dadurch wird der Abbruchbagger im Inneren des Turmes stabilisiert und eine Arbeit mit dem Abbruchwerkzeug ermöglich“, vereinfacht Winkelbauer.

Führt den erfolgreichen Steirer-Betrieb bereits in dritter Generation: Michael Winkelbauer (Credit: WI/Pötscher)
Führt den erfolgreichen Steirer-Betrieb bereits in dritter Generation: Michael Winkelbauer (Credit: WI/Pötscher)

 Wenige Monate für „Flugbagger“

Die im Projekt größte Herausforderung? „In dieser doch sehr kurzen Zeit eine funktionierende, zugelassene und gleichermaßen sicherere Lösung zu entwickeln“, betont der Geschäftsführer. Nur als Anhaltspunkt: Zwischen dem Erstkontakt und der Umsetzung sind nur wenige Monate gelegen. „Entwicklung, Berechnungen sowie Erstellung der Fertigungszeichnungen wurden sogar innerhalb einiger Wochen in unserer betriebseigenen ‚Ideenschmiede‘ umgesetzt“, verdeutlicht Winkelbauer. Das oststeirische Unternehmen steuert darüber hinaus die technische Zertifizierung für den sogenannten „Flugbagger“ bei. Das Traditionsunternehmen – heuer wird das 75-jährige Jubiläum gefeiert – hat bereits in der Vergangenheit für schwindelerregende Abrisse gesorgt: „Für Bauwerke mit einer Höhe über 40 Metern ist die Umsetzung – insbesondere im städtischen Bereich, wo nicht gesprengt werden darf – gut geeignet“, erklärt der Geschäftsführer.

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