Die Obersteirische Molkerei geht mit ihrer Klimabilanz als zukunftssicherer Vorzeigebetrieb in den Bereichen Nachhaltigkeit und Klimaschutz voran. Jüngst wurde das Unternehmen für seine CO2-Bilanzierung als herausragendes Best-Practice-Beispiel ausgezeichnet. Vor allem deshalb, weil die erarbeiteten Klimaschutzmaßnahmen bereits erfolgreich im Betrieb umgesetzt wurden. Ein herzeigbarer Erfolg für die gesamte Region Murau Murtal – fachlich unterstützt von der regionalen Energie Agentur Obersteiermark und gefördert von der Wirtschaftsinitiative Nachhaltige Steiermark – WIN.

Tradition trifft auf Innovation: Bereits seit über 20 Jahren setzt die Obersteirische Molkerei auf innovative Klimaschutzmaßnahmen und eine nachhaltige Produktion. (Copyright: OML)

Kunden und Klima als Gewinner der CO2-Bilanz

„Eine intakte Natur ist die Grundlage für eine hervorragende obersteirische Milchqualität. Es liegt daher in unser aller Verantwortung, unsere Natur bestmöglich zu schützen. Mit der Erstellung der Klimabilanz leisten wir einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und verbessern gleichzeitig unsere Produktqualität“, erklärt Molkerei-Geschäftsführer Michael Riegler. 2020 legte der Betrieb seine gesamten CO2-Emissionen des Vorjahres erstmals offen. „Die Ergebnisse zeigten uns die Wichtigkeit und den Nutzen dieser Analyse auf, um sowohl die Emission von Treibhausgasen reduzieren als auch die Kosten senken zu können. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist die Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit, denn umweltbewusste Kunden fragen bereits aktiv nach Klima-relevanten Kennzahlen und machen davon ihre Kaufentscheidungen abhängig“, so Riegler. Klimaschutz wird in dem innovativen Traditionsbetrieb bereits seit Jahrzehnten großgeschrieben. Das belegen ganze zehn Ökoprofit-Umweltauszeichnungen – bereits im Jahr 2000 wurde der Betrieb erstmals prämiert. „Wir setzen bereits seit rund 20 Jahren Klimaschutzmaßnahmen erfolgreich um und betreiben eine ressourcenschonende Produktion“, so der Geschäftsführer.

Klimabilanz 2019 als Best-Practice-Beispiel ausgezeichnet

Nun darf sich der steirische Molkereibetrieb über eine weitere Ehrung freuen. Aufgrund seiner raschen Umsetzungspolitik wurde das Unternehmen von der Wirtschaftsinitiative Nachhaltige Steiermark (WIN) als herausragendes Best-Practice ausgezeichnet. Das Regionalprogramm für betrieblichen Umweltschutz WIN hat das Projekt zudem fachlich unterstützt und mit finanziellen Mitteln gefördert. Ausgehend von einer Energie- und Stoffflussbilanz wurde der CO2-Ausstoß für das gesamte Unternehmen an den Standorten Knittelfeld und Spielberg berechnet – von der Milchanlieferung, Produktion, Reinigung und Verpackung sowie Entsorgung bis hin zu Dienstreisen. Das zentrale Ergebnis: Im Jahr 2019 hat die Obersteirische Molkerei Treibhausgasemissionen im Umfang von mehreren Tausend Tonnen CO2-Äquivalenten verursacht. Dabei galt das für die Prozesswärme verwendete Erdgas als Haupttreiber.

Klimabilanz 2019: Das für die Prozesswärme verwendete Erdgas galt als Haupttreiber der ausgestoßenen CO2-Emissionen. (Copyright: OML)

„Diese Zahlen verdeutlichen, wo wir stehen und weiter ansetzen müssen. An ihnen können wir unsere Verbesserungen messen. Deshalb möchten wir die Klimabilanz auch regelmäßig wiederholen“, erklärt Projektleiter der Obersteirischen Molkerei Richard Weiß. Initiiert und durchgeführt wurde die CO2-Bilanzierung von der beratenden Firma, der Energieagentur Obersteiermark. „Die Obersteirische Molkerei gilt als Vorzeigebetrieb in Sachen Ressourcenschonung und Energieeffizienz. Daher sahen wir sie als Pilotprojekt für die Klimabilanz bestens geeignet“, so Josef Bärnthaler, Geschäftsführer der Energieagentur Obersteiermark. Beide Betriebe sind Partner im regionalen Wirtschaftsnetzwerk Kraft. Das Murtal. „Es ist großartig zu sehen, dass hier Unternehmen im Kraft-Netzwerk zusammenarbeiten und regionale Wertschöpfung generieren. Wir gratulieren unseren beiden Kraft-Partnern zu dieser ausgezeichneten Arbeit“, freut sich Klaus Rainer, Sprecher des Wirtschaftsnetzwerkes Kraft. Das Murtal, das durch gezielte Impulse zur Stärkung des Standortes beitragen möchte.

Durch die Erneuerung des Käsewerks in Kombination mit zahlreichen weiteren Maßnahmen konnte der CO2-Ausstoß erheblich reduziert werden. (Copyright: OML)

Maßnahmen zur CO2-Reduzierung

Durch energiesparende Klimaschutzmaßnahmen reduziert die Obersteirische Molkerei den CO2-Ausstoß um rund 1.700 Tonnen pro Jahr. Das entspricht einer Einsparung von rund 11 Prozent der Gesamtenergie für Wärme und Strom. Diese erhebliche CO2-Reduktion ist auf eine Vielzahl an Maßnahmen der letzten Jahre zurückzuführen. Dazu zählen die Erneuerung des Käsewerks wie beispielsweise die Kälteerzeugung, die Optimierung der Frischwassersteuerung, die Isolierung von Fassaden, der Einsatz von neuen Technologien zur Verarbeitung von Nebenprodukten, die Beleuchtungsumstellung auf LED, der Erdgas-Brennertausch im Trockenwerk und die Vorwärmung der Verbrennungsluft sowie die Optimierung der Prozessdampferzeugung einhergehend mit einer Senkung des Dampfdruckes sowie der Isolierung von Leitungen.

Mittels Photovoltaik-Anlage am Standort Spielberg wird umweltfreundlicher Solarstrom produziert. (Copyright: OML)

Zudem wird CO2-neutraler Strom zugekauft und mittels Photovoltaik-Anlage Ökostrom am Standort Spielberg produziert und in das öffentliche Netz eingespeist. Darüber hinaus stammt die Wärme aus Abwärme der Zellstoff Pöls AG und zu Spitzenlastzeiten aus dem Biomasse-Heizwerk in Zeltweg – damit ist diese ebenfalls CO2-neutral. Um noch mehr Ressourcen einsparen zu können, wurden auch die Ergebnisse der Klimabilanz rasch in weitere Maßnahmen übersetzt: So werden fortan Reinigungsbehälter wiederverwendet, um große Mengen an Abfall zu vermeiden. Dieselbetriebene Stapler wurden durch Elektro-Stapler ausgetauscht und die Erhitzungszeit sowie -temperaturen zur Kulturherstellung reduziert. „Allein dadurch werden wir beträchtliche Mengen des CO2-Ausstoßes reduzieren können“, ist sich Projektleiter Weiß sicher.

Weitere Projekte für den Klimaschutz in Planung

In einem Folgeprojekt soll eine detaillierte Energie- und Stoffflussbilanz auch auf Prozess- und Abteilungsebene und damit der CO2-Fußabdruck der Molkerei-Produkte erstellt werden. „Dadurch können wir sehen, welche Abteilungen und Prozesse am meisten Energie verbrauchen. Dort können wir dann die richtigen Hebel ansetzen, um noch mehr CO2 einsparen zu können“, zeigt sich Weiß zuversichtlich.


Über die Obersteirische Molkerei eGen

Die Obersteirische Molkerei eGen mit Sitz in Knittelfeld und weiteren Standorten in Kapfenberg und Spielberg geht in ihren Wurzeln auf das Jahr 1930 zurück. Hier trifft Tradition auf Innovation: Sie gilt als ein Leitbetrieb für die gesamte Region und betreibt eine der modernsten Käsereien Österreichs. Mit insgesamt rund 180 MitarbeiterInnen zählt sie zu den Top 10 Molkereibetrieben Österreichs. Rund 1.550 Milchbauern und Milchbäuerinnen sind Teil der Genossenschaft und produzieren rund 160 Mio. Liter Milch pro Jahr. Sie liefern die Rohmilch für die wertvollen OM-Produkte aus bis zu 80 Kilometer Entfernung an – vom Berggebiet zwischen dem Semmering bis hin zur Landesgrenze zu Salzburg und Kärnten. Die Genossenschaft ist Partner im regionalen Wirtschaftsnetzwerk Kraft. Das Murtal.

Über Kraft. Das Murtal

Kraft. Das Murtal ist ein Wirtschaftsnetzwerk von Großbetrieben, kleinen und mittleren Unternehmen, Ein-Personen-Unternehmen sowie institutionellen und staatlichen Organisationen der Region Murau Murtal. Mehr als 90 führende Betriebe setzen gemeinsam Impulse zur Stärkung des Standorts. Die Initiative zeigt Potenziale der Region auf, unterstützt bei ihrer Weiterentwicklung und sichert so wertvolle Arbeitsplätze in der Region.

Die Energieagentur Obersteiermark GmbH

Die Energieagentur Obersteiermark definiert sich als beratendes Ingenieurbüro, das Private, Unternehmen und Gemeinden beim Einsatz erneuerbarer Energien, im Bereich der Energieeffizienz und bei der Einreichung von Förderungen unterstützt. Das Unternehmen ist Partner im regionalen Wirtschaftsnetzwerk Kraft. Das Murtal.

Über Wirtschaftsinitiative Nachhaltige Steiermark – WIN

Die Wirtschaftsinitiative Nachhaltige Steiermark – WIN ist eines von neun Regionalprogrammen für betrieblichen Umweltschutz in Österreich und bietet Information, Beratung und Förderung rund um das Thema nachhaltiges Wirtschaften für steirische Klein- und Mittelbetriebe (KMU) und Gemeinden.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit der Industrie- und Wirtschaftsentwicklung Murau Murtal GmbH Kraft. Das Murtal. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Wirtschaftsinsider.

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