Es ist eine sagenhaft erfolgreiche Karriere, auf die Gerhard Mock als junggebliebener Alt-Bürgermeister der Kärntner Stadtgemeinde St. Veit an der Glan zurückblicken kann. Mit nur 36 Jahren war er 1989 einer der jüngsten SPÖ-Bürgermeister in Österreich. Nach 31 Jahren wirkungsreicher Amtsführung blickt er auf eine Erfolgsbilanz zurück, die seinesgleichen sucht.

Gerhard Mock kam 1953 in St. Veit an der Glan auf die Welt. Sein Vater war einfacher Arbeiter, seine Mutter besorgte den Haushalt. Es war eine karge Kindheit mit vielen Entbehrungen. Für eine höhere schulische Ausbildung fehlte das Geld, auf seine Maschinenbau-Lehre ist er heute noch stolz. Früh engagierte er sich in der Politik und eckte als unbequemer Jugendlicher bereits mit seinen politischen und gesellschaftlichen Zielen bei den Kärntner Landespolitikern an – auch deshalb weil er damals schon sehr hartnäckig bei der Verfolgung seiner Ziele war.

St. Veit an der Glan war zu dieser Zeit eine Eisenbahnerstadt mit drei Bahnhöfen und über 700 Beschäftigten. Nur logisch, dass auch Gerhard Mock seine berufliche Karriere bei den Österreichischen Bundesbahnen begann – bis er politisch Farbe bekennen und 1986 endgültig die Seiten wechseln musste. Er war ja bereits Stadtrat, aber nun übernahm Gerhard Mock mit nur 36 Jahren die volle Verantwortung als Bürgermeister – um diese im Vorjahr 2020 nach 31-jähriger höchst erfolgreicher Amtsführung geordnet an seinen Nachfolger Martin Kulmer abzugeben. Gerhard Mock war ein äußerst umsichtiger und beliebter Bürgermeister. Die großen und kleinen Anliegen seiner Bürgerinnen und Bürger waren für ihn maßgebend. Jeder Gemeindebürger, egal welcher Herkunft oder politischen Gesinnung, vertraute sich ihm an. Seine Handschlagqualität war bekannt. Nur so ist es auch erklärbar, dass er alle Gemeinderatswahlen mit einer absoluten Mehrheit für sich entscheiden konnte.

„Als ich als Bürgermeister in St. Veit an der Glan begann, hatten wir in der Gemeinde den Großbetrieb Funder und die Eisenbahn. Das wollte ich verändern – und es war meine Chance. Ich stellte mich persönlich als neuer Bürgermeister bei allen Bewohnern und Haushalten persönlich vor und lernte dabei auch gleich die Sorgen und Nöte unserer Bürgerinnen und Bürger authentisch kennen“, erzählt Gerhard Mock rückblickend. Damit war klar, dass er den Wohnbau forcieren und die Betriebsansiedelung vorantreiben musste. Es galt aber auch, den Ausbau der Eisenbahnlinie und der Bundesstraße Richtung Landeshauptstadt Klagenfurt voranzutreiben und St. Veit an der Glan als attraktiven Wirtschaftsstandort zu positionieren.

Gerhard Mock ist ein Machertyp, der auf strategische Planung und erfolgreiche Umsetzung setzt. So konnte er mit seinem Team aus allen politischen Lagern Großprojekte realisieren, die sonst üblicherweise im politischen Hickhack stecken bleiben. „Mein größter Erfolg ist die Errichtung des Industrieparks mit Anbindung an die S 37. Auf einer Fläche von 40 Hektar arbeiten heute rund 2000 Personen in vielen zukunftsfitten Betrieben. Ergänzend dazu brauchte es aber auch das ambitionierte Wohnbauprogramm. Durch die stadteigene Wohnbaugesellschaft stellten wir 1.500 leistbare Wohnungen für die Einwohnerinnen und Einwohner von St. Veit an der Glan zur Verfügung“, resümiert der mutige Bürgermeister über seine Investitionen rückblickend.

Gerhard Mock war immer auf seine kommunalen Aufgaben und Projekte fixiert. Ein Angebot in der politischen Hierarchie aufzusteigen war nie sein persönliches Ziel. Arbeitsplätze und Wohnraum für seine Gemeindebevölkerung zu schaffen, füllte seinen politischen Alltag aus – gleichzeitig die Modernisierung und den Umweltschutz voranzutreiben. Hatte man früher noch in der Eisenbahnerstadt mit Steinkohle geheizt, so versorgt die Stadtgemeinde heute rund 90 Prozent der Haushalte mit der Abwärme der ansässigen Firma Funder mit umweltfreundlicher Fernwärme. Große Infrastrukturprojekte, wie die moderne Wasserschiene „Krapffeld“ und die umfassende Kanalisation waren ebenfalls Voraussetzungen für eine moderne Stadtentwicklung. Allein in den kommunalen, stadteigenen sechs Unternehmen sind 150 Personen beschäftigt.

„Aber es gab auch Misserfolge“, sinniert der ehemalige Bürgermeister, als er über das negative Ergebnis einer Bürgerbefragung erzählt. „Ich wollte unbedingt eine Müllverbrennungsanlage gemeinsam mit der KELAG in St. Veit an der Glan bauen. Die Pläne waren fix und fertig. Die Bevölkerung stimmte allerdings dagegen“. Seiner Beliebtheit als Bürgermeister hat das Ergebnis dieser Bürgerbeteiligung keinen Abbruch getan. Nur ein halbes Jahr später hat er die Gemeinderatswahl bereits wieder mit einer absoluten Mehrheit gewonnen.

Was macht ein „Vielarbeiter“ plötzlich mit so viel Freizeit? Gerhard Mock ist in zweiter Ehe mit einer Zahnärztin verheiratet, hat eine Tochter aus erster Ehe und zwei Enkelkinder. „Für die Familie bleibt nun eindeutig mehr Zeit und ich diskutiere auch gerne mit meiner Jugend. Fit halte ich mich im Winter mit Skitouren. Im Sommer liebe ich es, am Ossiacher See zu segeln“, so der junge Pensionist. Außerdem unterstütze er gerne befreundete Unternehmerinnen und Unternehmer mit seiner Erfahrung und seinem Wissen. „Ich will halt nicht rosten“, erzählt Gerhard Mock zum Abschluss und zieht genüsslich und zufrieden an seiner Pfeife.

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