Als innovativstes Bundesland Österreichs gilt die Steiermark auch im Bereich moderner Wasserstoff-Technologie als Vorreiter. Im Projekt „Steiermark gibt Wasserstoff“ wurde die Speicherung von überschüssigem Strom in Form von Wasserstoff anwenderseitig beleuchtet und in Schladming nun der erste konkrete Anwendungsfall installiert.

Nach dem Projektstart im Frühjahr 2020 konnte die Schladming Innovations- und Entwicklungs GmbH nun ein Jahr später den ersten voll einsatzfähigen steirischen Energiespeicher auf Wasserstoffbasis – kurz: „Johann“ – in Schladming in Betrieb nehmen. Der vom steirischen Startup EEG Elements entwickelte Speicher, der mehr als 300 kWh Energie speichern und auf Abruf wieder freigeben kann, sorgt für Autonomie bei den Verbrauchern, gilt als wichtiges Element der dezentralen Stromerzeugung und kann damit zum Gelingen der Energiewende beitragen. Konkret wurde beim Projekt „Steiermark gibt Wasserstoff“ der gesamte Produktentwicklungsprozess rund um den Energiespeicher Johann bearbeitet, also geklärt wo und wie diese innovative Technologie auch tatsächlich eingesetzt werden kann. Damit wurde eine ganzheitliche technische Lösung entwickelt, die künftig sowohl in der Landwirtschaft, der Hotellerie als auch auf kommunaler Ebene eingesetzt werden kann. Unterstützt wird das Projekt vom Land Steiermark, der Energie Steiermark sowie der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG.

(v.l.): DI (FH) Mag. (FH) Martin Graf (Vorstand Energie Steiermark), DI Christian Purrer (Vorstandssprecher Energie Steiermark), DI Hermann Trinker (Bürgermeister Stadtgemeinde Schladming), MMag. Barbara Eibinger-Miedl (Wirtschaftslandesrätin, Land Steiermark), HR Dr. Christian Sulzbacher (Bezirkshauptmann Liezen) © Schladming Innovations- und Entwicklungs GmbH

Steirischer Innovationsgeist im Bereich Wasserstoff

„Auf Wasserstoff basierende Zukunftstechnologien bieten zahlreiche vielversprechende Einsatzmöglichkeiten und große Chancen. Die Anwendung von Wasserstoff kann einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig für wirtschaftliches Wachstum sorgen. Die Steiermark als Innovations- und Forschungsland Nummer eins in Österreich hat beste Voraussetzungen, auch in diesem Bereich eine führende Rolle einzunehmen. Der Energiespeicher Johann ist ein sichtbares Ergebnis für das große Engagement, mit dem zahlreiche heimische Unternehmen und Forschungseinrichtungen daran arbeiten, die Nutzungsmöglichkeiten von Wasserstoff zu verbessern und auszuweiten. Seitens des Landes werden wir diese Bemühungen auch in Zukunft unterstützen“, so Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl. „Die Energie Steiermark steht unverwechselbar für erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Neben der Erzeugung ist vor allem die Speicherung und somit ganzheitliche, nachhaltige Nutzung von grünem Strom eine zentrale Herausforderung. Wasserstoff wird dabei neben anderen technischen Lösungen mit Sicherheit eine zentrale Rolle spielen. Darum legen wir unseren Fokus auf alle Anwendungsmöglichkeiten in diesem Bereich, wollen gezielt Pilotprojekte in allen Regionen der Steiermark positionieren und freuen uns über diese Innovations-Partnerschaft mit Schladming“, so Christian Purrer und Martin Graf, Vorstand der Energie Steiermark.

Erster konkreter Anwendungsfall in Schladming

Mit dem nun beim Congress Schladming installierten „Johann“ wird der Wasserstoff als Speichermedium genutzt und überschüssige Energie aus Photovoltaik-Anlagen in Wasserstoff umgewandelt, die zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgerufen werden kann. Zusätzlich kann durch Kaskadenlösungen das Gesamt-Speichervolumen von 300 kWh Energie um ein Vielfaches erhöht werden. „Mit dem ersten installierten Johann können wir die energetische Notversorgung von Teilen der kritischen Infrastruktur in der Gemeinde Schladming im Krisenfall wie beispielsweise bei Naturkatastrophen sicherstellen. Dabei wird die technische Lösung durch ein System zum operativen Krisenmanagement perfekt ergänzt“, schildert Bürgermeister Hermann Trinker. „Für die Aufstellung dieses innovativen Wasserstoffspeichers hier in Schladming wurde ein Musterbehördenverfahren eingeleitet mit dem Ziel, vorab festzustellen, welche Unterlagen für die Durchführung eines Genehmigungsverfahrens erforderlich sind und gleichzeitig die erforderlichen Fachgutachten und rechtlichen Beurteilungen zu erstellen, die auch für bauartgleiche Zellen herangezogen werden können“, so der zuständige Bezirkshauptmann Christian Sulzbacher.

Weitere Anwendungsfälle geplant

„Durch die im Rahmen des Pilotprojekts durchgeführten Prozessschritte ist es uns gelungen, aus einer innovativen technischen Lösung ein marktfähiges Gesamtsystem zu entwickeln, das in weiterer Folge auch schrittweise österreichweit ausgerollt werden kann“, freut sich der verantwortliche Geschäftsführer der Schladming Innovations- und Entwicklungs GmbH Hannes Zeichen. Zusätzlich zum vorgestellten Anwendungsfall der Stadtgemeinde soll der Energiespeicher auf Wasserstoffbasis bis zum nächsten Jahr in drei weiteren konkreten Bereichen rund um Schladming getestet werden: In der Hotellerie, der Landwirtschaft sowie bei den Planai-Hochwurzen-Bahnen.

(APA-OTS/PANTARHEI ADVISORS)

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