Kaum eine andere Branche weist einen so hohen Digitalisierungsbedarf auf wie die Bauindustrie und benachbarte Bereiche. Neue Technologien und Megatrends wie digitales Dokumentenmanagement, Mixed Reality, künstliche Intelligenz und BIM (Building Information Modeling) versprechen massive Effizienzerhöhungen entlang der gesamten Wertschöpfungsketten und Gebäudelebenszyklen. Daraus ergibt sich die Entwicklung neuer und hochinnovativer Geschäftsanwendungen, die einen erheblichen und messbaren Mehrwert darstellen. Viele Unternehmen sind daher auf der Suche nach starken Innovationspartnern aus dem Softwarebereich wie den steirischen Software-Spezialisten von Robotic Eyes.

Maßgeschneiderte Softwarelösungen, die neue Geschäftsanwendungen darstellen, können nur in enger Abstimmung und fortlaufender Iteration mit dem Kunden sowie direkt involvierten Akteuren entstehen. Wer klassisches “Overengineering” betreibt und die eigenen Hypothesen als Labor der Entwicklung betrachtet, ohne das essenzielle Feedback der betroffenen Anwender zu verstehen, läuft Gefahr das eigentliche Ziel zu verfehlen – Anwendungen mit echtem Mehrwert zu kreieren.

Aus diesem Grund verschreibt sich der Grazer Software-Spezialist Robotic Eyes gänzlich der Aufgabe, unter Verwendung modernster Technologien, die Entwicklung von Digitalisierungs- und Softwarelösungen so kunden- und anwenderzentriert wie nur möglich zu gestalten. Zum Kundenstamm zählen das Who’s Who und die Big Player der Bauindustrie. Um den gestiegenen Kundenanforderungen gerecht zu werden und ihre Softwareentwicklungen auch unter realen Bedingungen testen zu können, hat Robotic Eyes eine eigene Denkfabrik ins Leben gerufen – eine innovative Fabrikhalle, die neben Bürogebäuden und Außenfilialen angemietet wird, um die Bedingungen einer Baustelle so wahrheitsgetreu wie möglich darzustellen. Nur so wird gewährleistet, dass jeder Entwicklungsschritt zur Lösung des Kundenproblems beiträgt. Im Interview erzählt Dr. Bernhard Reitinger, Mitgründer und CTO von Robotic Eyes, was das Unternehmen auszeichnet und seine Softwarelösungen so innovativ und einzigartig am Markt macht.

Mit der Innovation des steirischen Betriebs können Dinge in die Realität transferiert werden: Das macht die Sache leichter vorstellbar – und verhindert vor allem in der Bauindustrie große Fehler. (©Robotic Eyes)

Warum benötigt eine Softwarefirma eine Denkfabrik?

Bernhard Reitinger: Wir entwickeln bei Robotic Eyes keine Software fürs Office, sondern für ein Umfeld, welches komplett andere Anforderungen mit sich bringt. Die Denkfabrik erlaubt es uns, unsere Lösungen so nah wie möglich unter realen Bedingungen zu entwickeln und zu testen.

Welchen Mehrwert stellen Ihre Anwendungen dar?

Bernhard Reitinger: Wir erweitern sozusagen die Realität und verfolgen den Ansatz, die reale Welt mit den Daten zu verschmelzen. Nehmen wir die Baustelle als Beispiel: Unser Ziel ist es, sämtliche Planungsdaten direkt am realen Objekt zu überblenden und im gleichen Zug, den Plan mit der Wirklichkeit abzugleichen. Somit haben wir zu jedem Zeitpunkt ein digitales Abbild von der realen Situation.

Wie kann man sich das vorstellen?

Bernhard Reitinger: Wir verwenden mobile Endgeräte und nutzen diese als “Linse”. Das bedeutet, dass die Benutzer und Benutzerinnen sich frei mit einem Tablet auf der Baustelle bewegen und durch das Display die reale Welt mit Zusatzinformationen korrekt überblendet sehen. Somit kann man einfach überprüfen, ob die frisch aufgestellte Mauer mit der geplanten Mauer aus dem digitalen Plan zusammenpasst.

Durch klare Augmented-Reality-Anweisungen auf dem Smartphone, Tablet oder der AR-Brille kann sichergestellt werden, dass die Produktivität in allen Phasen des Bauens gesteigert wird. (©Robotic Eyes).

Wie unterscheidet sich eine Projektabwicklung mit dem Kunden von einer klassischen Auftragsabwicklung?

Bernhard Reitinger: Wir sehen uns nicht als klassischen Software-Dienstleister, sondern als Innovationspartner für unsere Kunden. Wir entwickeln gemeinsam Lösungen sowie Produkte und generieren dadurch einen wesentlichen Mehrwert für unsere Kunden.

Welche Unternehmenskultur leben Sie?

Bernhard Reitinger: Wir setzen auf Offenheit und Transparenz. Als ehemaliges Start-up wollen wir diesen Spirit bis zu einem gewissen Grad aufrechterhalten. Ein zentraler Treiber für uns und unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist die grenzenlose Begeisterung für das Schaffen von innovativen Softwarelösungen.

Was sagen Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zur Denkfabrik?

Bernhard Reitinger: Die Denkfabrik differenziert uns stark von anderen Softwarefirmen. Nicht jede Softwarefirma besitzt eine eigene Halle, in der entwickelt und getestet wird – und echte Innovationen entstehen. Man darf hier keine Scheu haben sich die Hände dreckig zu machen. Es ist staubig, im Sommer heiß, im Winter kalt. Doch nur so kann man Produkte für die Baubranche entwickeln. Das funktioniert in einem klassischen klimatisierten Büro natürlich nicht.

Wo sehen Sie den größten Bedarf in Ihrem Kundensegment?

Bernhard Reitinger: Die Komplexität bei Bauvorhaben steigt stetig und der Fachkräftemangel macht die Situation nicht einfacher. Wir versuchen mit unseren Softwarelösungen dem entgegenzuwirken, in dem wir versuchen die Komplexität rauszunehmen und die Anwendung so einfach wie möglich zu gestalten.

Welche großen Herausforderungen sehen Sie bei Ihren Kunden?

Bernhard Reitinger: Trotz hoher Komplexität muss die Qualität stimmen. Eines der Hauptthemen an denen wir arbeiten, ist die automatische Qualitätskontrolle. Das heißt, wir versuchen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, die Qualität auf unterschiedlichen Ebenen zu verifizieren, um Fehler frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig erzeugen wir eine lückenlose Dokumentation im Einklang mit den Planungsdaten.

Künstliche Intelligenz ist auch in anderen Branchen in aller Munde. Wo geht hier die Reise hin? Wird “Terminator” bald Realität?

Bernhard Reitinger: Der große Vorteil der künstlichen Intelligenz ist die Tatsache, dass die Komplexität besser in den Griff zu bekommen ist. Natürlich braucht man sehr viele Daten und eine hohe Rechenkapazität, um Zuverlässigkeit zu erreichen. Wenn das System aber einmal richtig trainiert wird, können hochkomplexe Aufgabenstellungen schnell und einfach gelöst werden. Der “Terminator” ist nach wie vor noch Science Fiction, allerdings gibt es auch in der Robotik sehr große Fortschritte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass in einigen Jahren spezielle Roboter durch die Baustelle spazieren, um einfache Tätigkeiten auszuführen.

Dr. Bernhard Reitinger ist Mitgründer und CTO von Robotic Eyes. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Software-Entwicklungsmanagement von innovativen Technologien bei Microsoft, Google und vielen weiteren führenden Technologieunternehmen (©Robotic Eyes).

Was zeichnet Robotic Eyes als Arbeitgeber aus?

Bernhard Reitinger: Wir bieten unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein spannendes Umfeld mit sehr vielen Entfaltungsmöglichkeiten. Wir leben eine sehr offene Gesprächskultur und geben unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auch ihren notwendigen Freiraum. Wir legen sehr viel Wert auf Diversifikation und sind stolz, einen hohen Frauenanteil in der Entwicklung vorweisen zu können.

Über Robotic Eyes

Robotic Eyes zählt zu den führenden Unternehmen in den Bereichen Augmented Reality, Künstliche Intelligenz und Digitalisierungssoftwarelösungen für die Industrie. Das Softwareunternehmen entwickelt mithilfe innovativster Technologien schon heute die Lösungen von morgen.

Weitere Informationen unter: www.robotic-eyes.com

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Robotic Eyes Gmbh. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Wirtschaftsinsider. (Beitragsbild – Fotohinweis: Robotic Eyes)

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