Österreichs einziger Anbieter für Hightech-Flugsimulatoren expandiert: In den nächsten fünf Jahren will das Lebringer Unternehmen Axis Belegschaft und Verkaufskapazitäten verdoppeln. Dieser Tage wird ein Simulator nach Südostasien ausgeliefert.

ÖSTERREICH. Aktuell wird er abgebaut, eingepackt und verladen – danach wird der über zwölf Tonnen schwere Hightech-Flugsimulator von Lebring nach Südostasien transportiert. Wohin genau? „Das bleibt geheim“, betont Axis-Geschäftsführer Martin Rossmann. Kein Geheimnis macht Rossmann, der das mittlerweile 65-köpfige Unternehmen 2004 gründete, hingegen aus den Entwicklungsdaten: Rund acht Monate arbeitete der gesamte Betrieb am aktuell ausgelieferten Simulator. Es ist der bereits dritte dieser Art, den das Unternehmen verkauft – simuliert werden damit zwei Regionalverkehrsflugzeuge des französischen Konsortiums ATR, das zu 50% dem Luftfahrtprimus Airbus angehört. „Innerhalb weniger Minuten kann die Simulation durch den Austausch einiger Paneele von einem Modell auf das andere umgestellt werden“, hebt Rossmann die Besonderheit des „Sims“, wie er ihn nennt, hervor.

Gründer von Axis: CEO Martin Rossmann (Credit: SALUE)
Gründer von Axis: Geschäftsführer Martin Rossmann (Credit: SALUE)

Hohe Kostenersparnis
Jegliche Szenarien können von den Piloten mit dem Hightech-Simulator trainiert werden – neben dem Start und der Landung insbesondere auch Krisensituationen: von Strömungsabrissen über Brände bis hin zu Triebwerksausfälle. Klarer Vorteil: Während der Real-Test mit hohen Kosten verbunden ist, kommen die Trainingsstunden im Simulator auf einen Bruchteil davon.

Von Indien bis in die USA
Airlines und Flugzeughersteller rund um den Globus machen sich diesen Vorteil zunutze – und setzen dabei auf das Lebringer Know-how: Rund acht Simulatoren hat Axis seit der Gründung ausgeliefert. Drei davon stehen in Neusiedl am See in der Pilotenflugschule „Aviation Academy Austria“, der Rest verteilt sich auf Zielmärkte wie etwa Indien, Italien oder die USA. Insbesondere im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ortet Rossmann hohes Potenzial: Flugzeugbauer Boeing, mit Hauptsitz für zivile Luftfahrt in Seattle, rechnet mit 500.000 neuen Piloten bis 2035. Dementsprechend habe man für 2017 bereits neue Projekte und Aufträge in der Pipeline, sagt Rossmann. Kein einfaches Unterfangen: Der Mitbewerb ist finanzstark, die Entwicklungskosten enorm – bei neuen Simulator-Typen entfällt rund 60 Prozent des zeitlichen Aufwandes auf die Entwicklung.

Piloten weltweit trainieren in den Simulatoren aus der Südsteiermark (Credit: Croce & WIR)
Piloten weltweit trainieren in den Simulatoren aus der Südsteiermark (Credit: Croce & WIR)

Verdoppelung der Mitarbeiterzahl
Diese Innovationsstärke ist es auch, die dem Unternehmen zu neuen Höhenflügen bis 2022 verhelfen soll: In den nächsten fünf Jahren strebt das Unternehmen an, fünf Hightech-Simulatoren pro Jahr auszuliefern – aktuell sind es durchschnittlich zwei. Dazu will Axis die Mitarbeiterzahl auf 120 Beschäftigte verdoppeln: Konstrukteure, Elektrotechniker, Softwareentwickler, Mechatroniker, Fräser, Lackierer und natürlich Luftfahrtingenieure nimmt das Unternehmen dafür in den Fokus – insbesondere auf die Generation der „Digital Natives“ vertrauen die Lebringer: „Unsere Simulator-Prozesse lassen sich via Smartphone oder Tablet steuern. Hier sind wir der Konkurrenz voraus.  Das ist ein Mitverdienst unseres jungen, digitalaffinen Teams“, betont Rossmann. Aktuell habe man ein Betriebs-Durchschnittsalter von 31 Jahren– „mich eingerechnet“, schmunzelt der Gründer.

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