Rund 200.000 Euro hat der obersteirische Edelbaustahlverarbeiter Stahl Judenburg seit dem Vorjahr in die Sicherheit investiert: Diese Sicherheitsoffensive gipfelte vorerst in einer spektakulären Höhenrettungsübung, bei der eine verunfallte Person aus über zehn Meter Höhe geborgen wurde.

Während des Austauschs von Lampen zur Beleuchtung der Halle erleidet der Mitarbeiter einen Anfall. Er kann sich nicht mehr bewegen. Für die Hubarbeitsbühne ist die Höhe unerreichbar. Die Zeit drängt.

Hat gut lachen: Das Unfallopfer konnte erfolgreich gerettet werden.
Hat gut lachen: Das Unfallopfer konnte erfolgreich gerettet werden.

Der Realität entspricht dieses beklemmende Szenario nicht – Gott sei Dank: „Dafür müssten zahlreiche negative Eventualitäten ineinandergreifen“, räumt Thomas Krenn, Geschäftsführer des obersteirischen Edelbaustahlverarbeiters Stahl Judenburg, ein. Doch beim größten Arbeitgeber Region wird versucht, sogar minimale Sicherheitsrisiken aus dem Weg zu räumen: „Bei dieser Höhenrettungsübung haben wir für den Fall der Fälle geprobt. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines solchen Unfalls gering erscheint, wollen wir im Ernstfall für alle Eventualitäten gerüstet sein und den Ablauf der Bergung im Detail kennen – bis hin zur optimalen Steuerung der schlussendlich eingesetzten Drehleiter“, erklärt Krenn.

Erfolgreiche Simulation
In Kooperation mit der freiwilligen Betriebsfeuerwehr von Stahl Judenburg und Hendricson, der freiwilligen Feuerwehr sowie Bergrettung, dem Roten Kreuz und der Polizei wurde der potenzielle Unfall erfolgreich zum ersten Mal simuliert. „Während der Frühschicht könnten unsere ausgebildeten Industriekletterer Jörg Walch, Michael Kos und Stefan Prodinger den Verunfallten in Sicherheit bringen. Doch danach ist eine enge Kooperation mit den Einsatzorganisationen umso wichtiger“, erklärt Werner Schöttner, Sicherheitsfachkraft der Stahl Judenburg.

Die spektakuläre Szenen waren Teil der Höhenrettungsübung in der Obersteiermark.
Die spektakuläre Szenen waren Teil der Höhenrettungsübung in der Obersteiermark.

Sicherheitsoffensive
Die Übung ist der vorläufige Höhepunkt einer groß angelegten Sicherheitsoffensive des obersteirischen Unternehmens: Seit dem Vorjahr investierte Stahl Judenburg rund 200.000 Euro in Schutz-Ausrüstung gegen Abstürze, technisches Sicherheits-Equipment, verstärkte Seilsicherungen sowie Aus- und Weiterbildungen für Mitarbeiter des 450-köpfigen Betriebs.

Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder: Seit 2011 konnte die Anzahl von Unfällen von 76 (davon 44 meldepflichtige Unfälle) pro Jahr auf zuletzt 31 (davon 19 meldepflichtige Unfälle) gesenkt werden. „Als größter Arbeitgeber der Region ist die Werkssicherheit für uns naturgemäß ein Thema mit absoluter Priorität“, betont Stahl Judenburg-Chef Krenn.

Holding als Antriebsfeder
Dabei genießt der Geschäftsführer die volle Rückendeckung des Eigentümers der Stahl Judenburg: Die Georgsmarienhütte (GMH) setzte die Themen Sicherheit und Gesundheit eine Woche lang ins Zentrum ihrer 22 eigenständigen, mittelständischen Unternehmen – von Deutschland, über Österreich bis nach Australien und die USA.

Denn gesunde und sich sicher fühlende Mitarbeiter stellen die Basis für bestmögliche Leistungen und damit – am Ende des Tages – wirtschaftlichen Erfolg dar.

„Als weltweit agierende Unternehmensgruppe ist es uns ein Anliegen, für das Bewusstsein von Sicherheit und Gesundheit in unseren Werken zu sorgen. Denn gesunde und sich sicher fühlende Mitarbeiter stellen die Basis für bestmögliche Leistungen und damit – am Ende des Tages – wirtschaftlichen Erfolg dar“, betont der Vorsitzende der Geschäftsführung der GMH-Gruppe, Frank Koch.

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