Flexible Fahrpläne, flexible Fahrtziele: Seit einem Monat ergänzt das neue Mobilitätskonzept „GUSTmobil“ das bestehende öffentliche Liniennetz in Graz-Umgebung – mit Erfolg: Über 1.100 individuelle Fahrten wurden dadurch in den ersten vier Wochen verzeichnet. Vor allem in Frohnleiten, Hitzendorf und Eggersdorf setzt man auf die leistbare Alternative zum eigenen Auto.

STEIERMARK. Dort, wo die „Öffis“ enden, beginnt das „GUSTmobil“ zu wirken: Denn seit einem Monat ist das neue Verkehrskonzept in Graz-Umgebung ausgerollt – dabei kann man via App, über das Internet (istmobil.at) oder telefonisch (0123 500 44 11) einen Fahrtwunsch bei lokalen Taxiunternehmen anmelden – zu über 1.800 lokalen Sammelhaltepunkten, die mit einer Tafel gekennzeichnet sind. Die erste Zwischenbilanz fällt dabei positiv aus: Rund 1.130 individuelle Fahrten für 1.690 Fahrgäste wurden im Juli verzeichnet. Mit steigender Tendenz: So konnte von der zweiten auf die dritte Juli-Woche ein Anstieg von über 75 Prozent an Fahrten erreicht werden, in Woche vier wurde die Anzahl der Fahrten nochmals um 60 Prozent erhöht. „Insbesondere dieser massive Anstieg stimmt uns sehr zuversichtlich, dass das „GUSTmobil“-Konzept auch in Zukunft noch besser in Graz-Umgebung angenommen wird“, sind sich die politischen Initiatoren des Projekts, Landtagsabgeordnete Renate Bauer und der Vizepräsident des Bundesrates Ernst Gödl, einig. Die Projektkoordination und organisatorische Gestaltung erfolgt über das Regionalmanagement Steirischer Zentralraum, unterstützt durch das Regionalressort von Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer.

Frohnleiten hat Lust auf „GUST“

Regionale Spitzenreiter sind Frohnleiten, Hitzendorf sowie Eggersdorf bei Graz – mehr als 50 Prozent aller Fahrten wurden während der Startphase in den drei GU-Gemeinden angemeldet. Der Grund dafür: Diese drei Gemeinden fördern das Konzept proaktiv mit speziell eingerichteten Tariffördersystemen für die ansässige Bevölkerung. Das heißt: Während in den restlichen teilnehmenden 26 GU-Gemeinden die Finanzierung des Modells über Land, Gemeinde und Fahrgast funktioniert, subventionieren diese Kommunen „GUSTmobil“-Fahrten zusätzlich. Dadurch können die Fahrten von Einzelpersonen, die bis fünf Kilometer grundsätzlich auf vier Euro kommen, zu nochmals vergünstigen Konditionen angeboten werden. Insbesondere bei Kurzfahrten setzen die Einwohner aus Graz-Umgebung auf das günstige Angebot: Denn durchschnittlich legten die Nutzer im ersten Monat pro Fahrt knapp 3,4 Kilometer zurück. „Mit dem neugeschaffenen Angebot treffen wir einen Nerv: Denn gerade die letzten Kilometer – beispielsweise von der Wohnsiedlung zu lokalen Ortszentren – stellen für viele Menschen eine große Herausforderung dar. Mit dem „GUSTmobil“-Konzept können wir diese Lücke schließen“, betont Bauer.

Beliebt bei Pensionisten

In Sankt Radegund wurde das „GUSTmobil“-Konzept sogar für die Fahrt zur Trauung herangezogen, der wöchentliche Einkauf und der regelmäßige Arztbesuch sind allerdings am häufigsten nachgefragt – vor allem von Pensionisten: Knapp zwei Drittel aller Fahrten wurden von Personen über 60 Jahren durchgeführt. „Damit kommt das „GUSTmobil“ seiner Rolle maßgeschneidert nach: Denn das Ziel ist und bleibt es, die Mobilität in den Regionen zu verstärken – vor allem für Menschen, die in dieser eingeschränkt sind“, unterstreicht Gödl.

Aufholbedarf bei Jugendlichen

Wo viel Licht, da auch Schatten: Vor allem bei Kindern und Jugendlichen wird das neue Verkehrskonzept derzeit noch wenig genutzt: „Hier sind wir in den nächsten Wochen und Monaten sicher gefordert, Bewusstsein in der Region zu schaffen und junge Menschen zur Nutzung des „GUSTmobils“ zu motivieren“, so das Initiatoren-Duo Bauer und Gödl unisono. Anwendungsmöglichkeiten wären en masse vorhanden: Von der Musikschule bis zum Fußballtraining.

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