Die heimische Automobilindustrie ist auf der Überholspur: Rund 200.000 Fahrzeuge rollen allein bei Magna heuer vom Band. Im Windschatten des austro-kanadischen Autobauers produzieren auch die steirischen Zulieferer auf Höchsttouren: Die Wieser MSG liefert heuer über 15 Millionen mechatronische Komponenten und Systeme an Fahrzeugbauer aus, bei Austria Druckguss aus Gleisdorf zeigt die E-Mobilität Wirkung.

Klettertour auf den steirischen Schöckl mit dem neuen Mercedes G-Modell (Credit: Mercedes)
Klettertour auf den steirischen Schöckl mit dem neuen Mercedes G-Modell (Credit: Mercedes)

Auch wenn sich das Unternehmen selbst gerne als „Zulieferer“ bezeichnet, ist der kanadische Konzern mit Wurzeln in der Steiermark mittlerweile einer der bedeutendsten Automobilbauer Europas: Die Rede ist von Magna. So rollen heuer neben den BMW-Modellen (5er und Z4), den Jaguar-Neuheiten „E-Pace“ und dem vollelektrischen „I-Pace“, dem Toyota Supra und dem Traditionsfahrzeug Mercedes G dem Vernehmen nach auch schon bald tschechische Skoda vom Magna-Band. Beim Großkonzern schweigt man dazu naturgemäß, die Verhandlungen dürften dennoch schon voll in Gang sein. Doch auch ohne Vertragsabschluss zeigt man sich in der Liebenauer Hauptstraße zufrieden: „Zwei Drittel aller Auto-Neuvorstellungen zwischen 2017 und 2019 sind mit Komponenten von Magna ausgerüstet“, betonte etwa Magna-Vorstandsmitglied Gerd Brusius unlängst.

Rund 15 Millionen hochkomplexe Bauteile verlassen die Eibiswalder MSG-Labore jährlich. (Credit: MSG)
Rund 15 Millionen hochkomplexe Bauteile verlassen die Eibiswalder MSG-Labore jährlich. (Credit: MSG)

Volle Auslastung bei MSG
Im Windschatten des Großkonzerns entwickeln und produzieren auch die steirischen Klein- und Mittelbetriebe auf Höchsttouren: Von einer „vollen Auslastung“ spricht auch Hans-Jörg Gasser, Gründer der südsteirischen MSG. Sein Unternehmen ist mit komplexen Ventilen bei Autobauern rund um den Globus hoch im Kurs. Der Vorteil des 280-Mitarbeiter-Unternehmens aus Wies: „Unsere Bauteile finden sich in allen Antriebsarten“, betont Gasser. So kühlen beispielsweise Wieser Komponenten E-Fahrzeuge sowie Verbrennungskraftmaschinen und regulieren Druck und Durchfluss in Erdgas-Autos. Gasser selbst zählt mit seiner Nischentechnologie europaweit mittlerweile zu den Marktführern: „Allein heuer liefern wir rund 15 Millionen mechatronische Komponenten und Systeme an Fahrzeugbauer aus“, so der Unternehmensgründer.

Profitiert von der Elektromobilität: Austria Druckguss-Geschäftsführer Nikolaus Szlavik (Credit: ADG)
Profitiert von der Elektromobilität: Austria Druckguss-Geschäftsführer Nikolaus Szlavik (Credit: ADG)

Gleisdorf: Arbeiten in Gange
Auf alternative Antriebe baut man auch in Gleisdorf: Rund 20 Millionen Euro investiert Automobilzulieferer Austria Druckguss in den Ausbau des Standorts. Die Fertigungskapazitäten von Motorkomponenten, Fahrwerks- und Antriebsstrang- sowie Strukturbauteilen sollen damit mittelfristig verdoppelt werden. Die Arbeiten in die Standort-Erweiterung sind bereits in vollem Gange – notwendig hat den Ausbau der anziehende Markt für Elektromobilität gemacht, betont Geschäftsführer Nikolaus Szlavik: „Rund ein Viertel des Umsatzes erwirtschaften wir bereits mit E-Mobilität – der Trend geht aktuell stark in diese Richtung.“ Doch auch im klassischen Segment der Verbrennungskraftmaschinen ortet Szlavik hohes Potenzial – etwa beim „Sorgenkind“ Diesel: „Der Diesel wird schlechtgeredet, eine Auferstehung der Technologie ist aus meiner Sicht nicht ausgeschlossen“, erklärt Szlavik.

 

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