Ministerrat beschließt Reduktion der Mehrwertsteuer bei eBooks auf 10 %. Österreichs Buchhandel sieht darin „Rückenwind für die Zukunft des Lesens“.

Eine langjährige Forderung des Fachverbandes der Buch- und Medienwirtschaft wurde kürzlich im Ministerrat beschlossen: Die Mehrwertsteuer für eBooks und weitere digitale Publikationen wurde an jene für das gedruckte Buch angeglichen. Für die gesamte Buchbranche Österreichs bedeutet dies eine Verringerung des bürokratischen Aufwands, vor allem aber „Rückenwind für die Zukunft des Lesens“, so Friedrich Hinterschweiger, Obmann der Buch- und Medienwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich. Der Ministerrat trägt damit dem Trend nach dem eBook und digitalen Medien Rechnung. Auch für das Schulbuch bedeutet diese Entscheidung viel – hier ist das hybride Modell, eine Kombination aus Print und digital, wesentlicher Teil der Zukunftsstrategie der österreichischen Bildungsverleger.

"Hybrid": Die Nutzung von digitalen und analogen Medien im Unterricht wird als Ideallösung von Experten und Lehrern angesehen.
„Hybrid“: Die Nutzung von digitalen und analogen Medien im Unterricht wird als Ideallösung von Experten und Lehrern angesehen.

„Hybrid“ als Zukunft

Wie eine Studie der Buch- und Medienwirtschaft zutage förderte, befürwortet die überwiegende Mehrzahl der Pädagogen in Österreich den dualen Einsatz von analogen und digitalen Bildungsmedien. „Lernen, üben und merken“ – unter diesem Titel haben die Bildungsverleger Österreichs die pädagogisch-didaktische Praxis bezüglich des Einsatzes von Lernmedien an Österreichs Schulen hinterfragt. Das Resultat ist ein klares: 59,1 % der befragten Pädagogen geben an, dass eine Mischung aus Print und Digital den größten Lern- und Merkerfolg bei Schülern erzielt. Weitere 35 % setzen auf analog, 5,9 % auf digital. Zudem sind  58,3 % der Pädagogen überzeugt, dass diese Mischung auch am praxistauglichsten ist. In diesem Kontext präferieren weitere 33,2 % den analogen Weg, 8,5 % sehen den digitalen Weg als gut in der Praxis. Demnach wird die Zukunft des Schulbuches auch hier in Österreich eine hybride – das Analoge und das Digitale auf Augenhöhe in einem befruchtenden Nebeneinander. Freilich gälte es hier aber auch, dem Wunsch von Lehrern nach einer besseren digitalen Ausstattung der Schulen nachzukommen.

 

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