Singapurer Flair: Der Stadtstaat hat auch mit kolossalen Bauwerken den Wandel zur Vorzeige-Wirtschaftsnation geschafft. (Credit: CS)

Kaum ein Land weltweit ist wirtschaftlich so erfolgreich wie Singapur: Das asiatische Inselstaat lockt mit niedrigen Steuern und schlanker Bürokratie – und ist nicht zuletzt deswegen zur zentralen Drehscheibe für die internationale Flugindustrie gereift: In exakt dieser Branche wollen steirische „Überflieger“ dieser Tage landen. Eine Delegation an Flugzeugzulieferern rund um Leitbetrieb AMES aus Peggau will am asiatischen Markt abheben.

Stolze Preise, stolze Menschen, gigantische Wolkenkratzer, soweit das Auge reicht und Straßen, von denen man essen könnte: Herzlich Willkommen in Singapur! Der Inselstaat hat sich in den letzten Jahren zu einer echten Wirtschaftsnation gemausert: Kaum ein großer internationaler Konzern kann es sich leisten, nicht zumindest mit einem Vertriebsbüro präsent zu sein. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Als Steueroase schätzen Unternehmen und Superreiche Singapur. Mit einer kraftvollen Wirtschaftsentwicklung ist es den Asiaten gelungen, innerhalb nur einer Generation vom Entwicklungs- zum Industrieland zu avancieren – das hat dem Land auch den Namen als „Tigerstaat“ eingebracht.

AMES-„Kapitän" und Gründer Walter Starzacher will in Singapur mit Innenraumkomponenten für Flugzeuge einen neuen Markt erobern. (Credit: AMES)
AMES-„Kapitän“ und Gründer Walter Starzacher will in Singapur mit Innenraumkomponenten für Flugzeuge einen neuen Markt erobern. (Credit: AMES)

Peggauer wollen Singapur erobern
Auf der Lauer liegen dieser Tage auch steirische Betriebe im florierenden Land – allen voran der Peggauer Flugzeugzulieferer AMES, der an der internationalen Luftfahrtkonferenz für den asiatischen Kontinent teilnimmt: „Wir führen bereits jetzt Überstellungen von Flugzeugen von Asien nach Europa durch, sehen aber hier noch große Entwicklungsmöglichkeiten und Potenziale“, erklärt AMES-Gründer Walter Starzacher. Zu recht: Denn in der Luftfahrt verschieben sich aktuell die Gewichte. Europa und Nordamerika verlieren an Bedeutung, Asien gewinnt, sagt Starzacher. Bester Indikator: Insgesamt legte die Luftfahrtindustrie allein in Singapur zuletzt im zweistelligen Bereich zu – mit Singapur Airlines ist auch die zweitgrößte Fluglinie der Welt hier beheimatet. „Darüber hinaus haben viele Leasingunternehmen, die in Besitz von mehr als 50 Prozent der Weltflotte an Flugzeugen sind, hier ihre Basis. Das hat mit steuerlichen Vorteilen, aber auch dem geopolitischen Standort zu tun. Denn Singapur ist das Tor nach Asien und insbesondere nach dem auch in der Luftfahrt boomenden China“, weiß Starzacher.

Weltenbummler: Der AMES-Verantwortliche Daniel Maier nimmt an einer der größten Luftfahrtkonferenzen der Welt in Singapur teil. (Credit: CS)
Weltenbummler: Der AMES-Verantwortliche Daniel Maier nimmt an einer der größten Luftfahrtkonferenzen der Welt in Singapur teil. (Credit: CS)
AMES-Mitarbeiter werkeln bereits jetzt an modernsten Innenraumkomponenten wie Stauschränke in Peggau, Neusiedl, Dublin und Auckland – bald soll ein Standort in Singapur folgen. (Credit: AMES)
AMES-Mitarbeiter arbeiten bereits jetzt an modernsten Innenraumkomponenten wie Stauschränke in Peggau, Neusiedl, Dublin und Auckland – bald soll ein Standort in Singapur folgen. (Credit: AMES)

„One-Stop-Shop“ für Fluglinien weltweit
Nun wollen die Peggauer auch mit Singapur Airlines und Billig-Fluglinien wie „Scoot“, „Ojets“ & Co. ins Gespräch kommen – die Karten stehen gut, denn AMES gilt als der flexibelste „One-Stop-Shop“ für Fluglinien in ganz Europa. Das bedeutet: „Wir können von Entwicklung und Produktion von Innenraum-Bauteilen wie Stauschränke, Beleuchtungssysteme und Kabinen-Elementen bis hin zur Zulassung und Überprüfung der Lufttüchtigkeit alles aus einer Hand anbieten“, betont der AMES-Verantwortliche Daniel Maier, der persönlich vor Ort ist, „um neue Kontakte zu knüpfen und den Markt besser kennenzulernen. Ich bin überzeugt, dass wir hier nachhaltige Geschäfte anbahnen können“, so Maier. Für AMES steht darüber hinaus auch die Ansiedlung eines neuen Standorts in Singapur zur Diskussion: Nach Peggau (35 Mitarbeiter), dem burgenländisch Neusiedl (18 Mitarbeiter), dem irischen Dublin (sieben Mitarbeiter) und einem Vertriebsbüro in Auckland, Neuseeland, könnten die Peggauer künftig auch im „Tigerstaat“ eine Niederlassung eröffnen.

Load More In Unternehmen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*

Check Also

BGF-Gütesiegel: Promedico zum zweiten Mal ausgezeichnet

Für die unternehmenseigene Gesundheitsinitiative PRO Health wurde Promedico bereits zum zw…