Alles neu: In der Automobilindustrie bleibt aktuell kein Stein auf dem anderen. Während sich Traditionsmarken wie VW, Porsche & Co. neu erfinden, setzen neue Automobilhersteller zum Überholvorgang an – davon profitieren unsere steirischen Top-Zulieferer: Magna, AVL und Pankl Racing Systems geben mit neuen Geschäften Vollgas. Auch steirische Start-ups wollen am Milliardenmarkt mitmischen.  

Der Kroate Mate Rimac setzt mit seinem jungen Auto-Unternehmen auf steirisches Know-how (Credit: Rimac)
Der Kroate Mate Rimac setzt mit seinem jungen Auto-Unternehmen auf steirisches Know-how (Credit: Rimac)

Aus der Hobby-Werkstatt bei Zagreb innerhalb von nur wenigen Jahren auf die große Bühne der internationalen Automobilbauer: Knapp 130 Kilometer von der südsteirischen Grenze entfernt, hat hier der Kroate Mate Rimac mit nur 19 Jahren die Basis für sein heute weltweit tätiges Unternehmen gelegt: Rund 500 Mitarbeiter beschäftigt der Kroate mittlerweile. Der Aufstieg der Automobilmarke „Rimac“ ist eng mit der Steiermark verbunden, wie der junge Chef betont: „Wir arbeiten aber sehr intensiv mit Pankl zusammen. Die Antriebswellen für unser „Hypercar“ kommen aus der Obersteiermark“, betont Rimac.

 

 

Bei Pankl werden Antriebs- und Motorkomponenten für die Autoindustrie entwickelt und gefertigt – auch für den kroatischen Supersportwagen Rimac. (Foto: Pankl)
Bei Pankl werden Antriebs- und Motorkomponenten für die Autoindustrie entwickelt und gefertigt – auch für den kroatischen Supersportwagen Rimac. (Foto: Pankl)

Das Bild, das der erst 31-Jährige zeichnet, ist charakteristisch für den milliardenschweren Automobilmarkt: Neue Autobauer, die auf steirische Zuliefer-Power setzen. Diesen Trend bestätigt auch Karl-Friedrich Stracke, Entwicklungsvorstand von Magna: „Es ist die Zeit der neuen Fahrzeughersteller.“ Ein Umschwung von dem insbesondere die steirischen Magna-Standorte profitieren, ist sich der Ex-Opel-Vorstandsvorsitzende sicher: „Wir sind der Türöffner für neue Geschäftsmodelle, neue Start-ups, weil wir auf einen sehr hohen technologischen Wissensvorsprung zurückgreifen können“, betont Stracke. Konkret entwickelt und baut der austro-kanadische Konzern aktuell etwa Autos für die Neueinsteiger „VinFast“ (aus dem Vietnam) und „ArcFox“ (aus China).

Science Park Graz-Geschäftsführer Martin Mössler und Magna-Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Stracke wollen vom Boom an neuen Autoherstellern profitieren. (Credit: SPG)
Science Park Graz-Geschäftsführer Martin Mössler und Magna-Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Stracke wollen vom Boom an neuen Autoherstellern profitieren. (Credit: SPG)

Totale Revolution fordert „neue Geistesblitze“
Für den steirischen Start-up-Experten Martin Mössler ist der aktuelle Auto-Wandel eine totale Revolution: „Traditionsmarken wie VW, Porsche & Co. setzen aufgrund des momentan schlechten Diesel-Images komplett auf E-Mobilität. Hier ist der Entwicklungsvorsprung gegenüber Neuankömmlingen allerdings nicht sehr groß.“ Für Geschäftsführer Mössler, der im an der Technischen Universität Graz angesiedelten „Science Park“ jährlich bis zu 30 Jungunternehmen entwickelt, ergeben sich daraus noch nie da gewesene Chancen für heimische Hightech-Neugründer: „Neue Geistesblitze können rasant zu millionenschweren Ideen werden. Im „Science Park“ leisten wir hier einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung von mobilitätsgetriebenen Jungunternehmen.“

Rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt AVL in Graz. Das Geschäft mit dem Antriebsstrang brummt – auch dank neuer Automobilmarken am Markt. (Credit: AVL)
Rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt AVL in Graz. Das Geschäft mit dem Antriebsstrang brummt – auch dank neuer Automobilmarken am Markt. (Credit: AVL)

AVL: Mehr Geschäft statt Konkurrenz
In der AVL sieht man das ähnlich: „Wir sehen extrem viele neue Unternehmen, die den Mut haben, in der Autoindustrie aktiv zu werden“, bestätigt AVL-Geschäftsführer Uwe Dieter Grebe. Für den steirischen Parade-Betrieb (9.500 Mitarbeiter weltweit, knapp 4.000 davon in Graz) ergeben sich dadurch neue Geschäfte: „Dadurch wächst keine Konkurrenz, sondern ein neues Betätigungsfeld.“ Thema der Stunde sei die E-Mobilität, „doch auch der elektrifizierte Verbrennungsmotor ist etwas, was wir noch lange sehen werden“, ist sich Grebe sicher.

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