Nie haben die Autobauer stärker Richtung Elektromobilität gelenkt. Vom Hype ums E-Fahrzeug will vor allem der Knittelfelder Werkzeugbauer Promotool profitieren. Mit neuer Fertigungshalle und innovativen Spritzguss-Kompetenzen will der Autozulieferer mehr denn je aufs Gas treten – und so die Autoindustrie unter Strom setzen.

Die Zukunft der Mobilität weckt große Fantasien: Autos, in denen menschliche Fehler der Vergangenheit angehören, in denen das Lenkrad auch mal vorübergehend abgegeben werden kann – und mit denen die Umwelt geschont wird. Dass vor allem Letzteres nicht nur unserer Vorstellungskraft vorbehalten bleibt, daran tüfteln Fahrzeug-Ingenieure mit noch nie da gewesener Akribie: Neue, nachhaltige Lösungen für die Elektromobilität sind gefragt – fündig wird die Automobilindustrie mit im obersteirischen Knittelfeld, wo mit dem 70-köpfigen Unternehmen Promotool ein aus dem Werkzeugbau kommendes Unternehmen in den letzten Jahren zum Komplettanbieter gereift ist. Allein seit 2015 sind rund sieben Millionen Euro in das Werk, in dem man auf Werkzeuganfertigung und Serienproduktion auf Basis von Spritzgießmaschinen spezialisiert ist, geflossen. Zuletzt wurde die Produktionsfläche um 1.000 Quadratmeter für den Serienspritzguss erweitert – Kostenpunkt: fünf Millionen Euro.

160.000 Bauteile fallen in Knittelfeld jährlich vom Band: Vertriebschef Harald Walzl (r.) und sein Team sorgen für Qualität. (Credit: Promotool)
160.000 Bauteile fallen in Knittelfeld jährlich vom Band: Vertriebschef Harald Walzl (r.) und sein Team sorgen für Qualität. (Credit: Promotool)

 E-Mobilität ist Treiber
Rund zwei Drittel des Umsatzes – von zuletzt sieben Millionen Euro – macht das Unternehmen, das zur internationalen Rudi Göbel-Gruppe gehört, im Bereich Automotive.  Regelmäßig setzen die Obersteirer die Autoindustrie unter Strom: „Alternative Antriebe und die damit verbunden die hohe Dichte an Sensorik erfordern die Entwicklung von innovativen Stecker-Verbunden – hier können wir unser Know-how ausspielen“, erzählt Entwicklungs- und Vertriebsleiter Harald Walzl. Konkret bieten die Knittelfelder neben dem Werkzeug- und Formenbau auch die Serienproduktion von Bauteilen an: Rund 160.000 Hochpräzisionsbauteile verlassen monatlich das Werk, wo (E-)Motorkomponenten, Radiogehäuse sowie Bauteile für Scheinwerfer, Airbag-Sicherheitssysteme und Spiegelantriebe vom Band fallen. „Die Automobilhersteller experimentieren insbesondere im Bereich der Materialien stark. Es geht darum, leichtere und damit ressourcenschonendere Fahrzeuge zu bauen“, sagt Walzl. Dabei kommen die zentralen Entwicklungsleistungen von Promotool – die Optimierung und Prüfung von Materialien und deren Umsetzbarkeit – zum Einsatz: „Dank moderner Technologie und Simulationssoftware können wir frühzeitig bereits im Entwicklungsprozess Schwachstellen erkennen und hier gleich die notwendigen Anpassungen vornehmen“, so Walzl, der in Knittelfeld noch viel vor hat: „Wir stehen erst am Anfang.“

Investitionskurs: Mit sieben Millionen Euro in den letzten vier Jahren hat Promotool in Knittelfeld aufgerüstet. (Credit: Promotool)
Investitionskurs: Mit sieben Millionen Euro in den letzten vier Jahren hat Promotool in Knittelfeld aufgerüstet. (Credit: Promotool)
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