Kaum ein anderes Lebensmittel steht so sehr für Frische und Natürlichkeit wie Milch. Das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biosiegel sichern die hohen Qualitätsanforderungen verlässlich ab. Sowohl für Landwirte als auch für Milchverarbeitungsbetriebe gibt es Kriterien, die in den AMA-Richtlinien definiert sind. 28.000 Betriebe mit 530.000 Milchkühen sowie sämtliche bedeutende Molkereien nehmen am AMA-Gütesiegel und AMA-Biosiegel teil. Dies teilte kürzlich Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, anlässlich des Weltmilchtags mit.

Ziel der Landwirte: Beste Rohmilchqualität

Im Pressegespräch anlässlich des Weltmilchtags: Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, (Credit: amainfo.at)
Im Pressegespräch anlässlich des Weltmilchtags: Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, (Credit: amainfo.at)

Alle AMA-Milchbauern achten auf hohe Rohmilchqualität durch besondere Hygiene bei der Milchgewinnung und schnelle Kühlung. Die AMA-Richtlinien regeln auch die Haltung der Kühe und Kälber, die Fütterung sowie das Gesundheits- und Betriebsmanagement. Ein großer Teil der Betriebe (81% der Kühe im Programm) nimmt am weiterführenden, freiwilligen Qualitätsprogramm „QS Kuh“ teil. Achtmal im Jahr wird die Milch jeder Kuh auf Zellzahl, Fett- und Eiweißgehalt sowie weitere Qualitätsparameter untersucht. Daraus lassen sich Schlüsse auf Eutergesundheit, Frische, Natürlichkeit und Leistung ziehen. „Ziel der Richtlinie ist die höchstmögliche Rohmilchqualität, denn sie ist der Rohstoff für sämtliche Milchprodukte“, erklärte Blass.

Kontrollen sichern hohe Produktionsstandards

6.460 Milchkuhbetriebe wurden im Jahr 2018 kontrolliert, das sind rund 25 Betriebe pro Werktag. 70% schafften die Überprüfung ohne eine einzige Beanstandung, bei 28% wurde Verbesserungspotenzial aufgezeigt, das sich zum Großteil auf Dokumentation oder die Sauberkeit des Stalls oder anderer Einrichtungen bezieht. Bei 2% der Betriebe lagen deutliche Abweichungen vor, das erforderte umfassende Beratungen zur Optimierung. 13 Bauernhöfe wurden von der Milchlieferung gesperrt.

1. Güteklasse am Ende der Mindesthaltbarkeit

Für die teilnehmenden Molkereien gelten Qualitätsstandards, die über den gesetzlichen Bestimmungen liegen. Beispielsweise ist bei den mikrobiologischen Anforderungen eine absolute Nulltoleranz hinsichtlich Listerien gefordert. Auch die chemisch-physikalischen und sensorischen Anforderungen sind definiert. Mindestens einmal im Quartal muss ein Milchprodukt aus einer Produktgruppe im Labor analysiert werden, sowohl beim Einlangen des Produktes als auch am Ende der Mindesthaltbarkeit. Hier gilt die oberste Qualitätsstufe, also die 1. Güteklasse als Maß der Dinge. „Selbst am Ende der Mindesthaltbarkeitsfrist muss diese Topqualität gewährleistet sein und die Milch einwandfrei schmecken“, so Blass. In Summe bedeutet das rund 10.000 Einzelanalysen pro Jahr alleine bei Milchprodukten.

Bio und Glasflasche punkten

Erfreulicherweise gehen die Qualitätsproduktion und das steigende Qualitätsbewusstsein der Milchtrinker Hand in Hand. Keine andere Warengruppe verzeichnet einen so hohen Bioanteil wie Frischmilch. Fast jeder dritte Liter Frischmilch wird im Lebensmittelhandel in Bioqualität gekauft. Auch ESL-Milch und Naturjoghurt liegen mit 24% beziehungsweise 25% weit über dem durchschnittlichen Bioanteil von 9%. Der Trend zu Natürlichkeit zeigt sich auch an der Renaissance der Glasflasche. Diese Verpackungsform konnte seit ihrer Einführung vor etwas mehr als einem Jahr 7% Anteil im Milchregal erreichen. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Milch ist sehr stabil und liegt bei rund 77 Kilogramm pro Jahr. Die Österreicher lieben es offenbar traditionell, denn pflanzliche Alternativen zu den klassischen Milchprodukten machen derzeit rund 2% in diesem Segment aus.

 

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