Kunst statt Kolbenstangen: Am Werksgelände der obersteirischen Stahl Judenburg entsteht dieser Tage ein überdimensionales Logo des Unternehmens. Für die künstlerische Gestaltung zeichnen Jugendliche der „Simultania Liechtenstein“, der örtlichen Einrichtung für intellektuell beeinträchtigte Menschen, verantwortlich. Mit dem Projekt will die Stahl Judenburg den Dialog zwischen Mitarbeitern und den beeinträchtigten Menschen forcieren.

Setzt Akzente für Inklusion: Stahl Judenburg-Geschäftsführer Thomas Krenn (Credit: Mietschke)
Setzt Akzente für Inklusion: Stahl Judenburg-Geschäftsführer Thomas Krenn (Credit: Mietschke)

Dort, wo für gewöhnlich Automotive-Bauteile wie Kolbenstangen – ausgelegt für maximale Belastungen – entstehen, kehrt diese Woche künstlerisches Miteinander ein: Großflächig entsteht in dieser Tage am Werksgelände der Stahl Judenburg das Emblem des Unternehmens. Nicht nur der Unternehmensgegenstand weicht für eine Woche: Statt CNC-Spezialisten und Werkstoffwissenschaftlern haben insgesamt 36 Jugendliche der „Simultania Liechtenstein“, eine obersteirische Einrichtung für intellektuell beeinträchtigte Menschen, in den Aufenthaltsräumlichkeiten des Unternehmens das Sagen. Unter kreativ-sozialer Anleitung von vier Betreuern gestalten die Menschen mit Behinderung das Judenburger Unternehmenslogo auf mehreren Quadratmetern – im Austausch mit Mitarbeitern des 450-köpfigen Murtaler Arbeitgebers: „Unsere Mitarbeiter sind eingeladen, die Malwoche aktiv zu besuchen und sich selbst ein Bild vor Ort zu machen – und natürlich auch den ein oder anderen Pinselstrich zu hinterlassen“, erklärt Thomas Krenn, Geschäftsführer der Stahl Judenburg. Für Krenn steht fest: „Mit diesem Projekt können wir den Austausch mit beeinträchtigten Menschen unterstützen und so einen bescheidenen Beitrag zur Inklusion hier vor Ort in Judenburg leisten – und zu einem Miteinander, in der auch Menschen mit Behinderung gleichberechtigt einen Platz in unserer Gesellschaft finden“, so der Stahl Judenburg-Geschäftsführer.

Mit viel Einsatz und Akribie malen die Jugendlichen der „Simultania" das Logo der Stahl Judenburg. (Credit: Mietschke)
Mit viel Einsatz und Akribie malen die Jugendlichen der „Simultania“ das Logo der Stahl Judenburg. (Credit: Mietschke)

Projekt soll „Vorurteile eindämmen“

Der pädagogische Leiter der „Simultania Liechtenstein“, Helmuth Ploschnitznigg, zeigt sich ob der Zusammenarbeit erfreut: „Denn für uns entsteht die Gelegenheit eines wechselseitigen Austauschs von Menschen in der Arbeitswelt mit Jugendlichen, die keinem geregelten Beruf nachgehen können. Mit dieser Kooperation wollen wir Vorurteile ein Stück weit eindämmen und womöglich neues Verständnis aufbauen.“ Unter seiner Leitung soll das Unternehmenslogo in Anlehnung an die Farbtheorie nach Johannes Itten – sie beschreibt die Wechselwirkung von nebeneinanderliegenden Farben – gestaltet werden, um so „durch diese Farbmodulation das Prinzip der Lebensfreude zu dokumentieren“, betont der pädagogische Leiter. Für den Judenburger Bürgermeister Hannes Dolleschall, selbst aktiver Unterstützer des Malprojekts, ist die Kooperation Vorbild für die gesamte Region: „Wir sind sehr froh, dass wir mit der Stahl Judenburg einen zugleich innovativen wie stark regional verankerten Arbeitgeber in der Stadtgemeinde haben. Die soziale Zielsetzung dieses Vorhabens unterstreicht das gute Miteinander in Judenburg“, betont Dolleschall.

Forcieren den Austausch zwischen Stahl Judenburg-Mitarbeitern und beeinträchtigten Menschen: Helmuth Ploschnitznigg, pädagogischer Leiter der Simultania Judenburg, Judenburgs Bürgermeister Hannes Dolleschall und Michael Zuber, technischer Leiter der Stahl Judenburg (v. l.) (Credit: Mietschke)
Forcieren den Austausch zwischen Stahl Judenburg-Mitarbeitern und beeinträchtigten Menschen: Helmuth Ploschnitznigg, pädagogischer Leiter der Simultania Judenburg, Judenburgs Bürgermeister Hannes Dolleschall und Michael Zuber, technischer Leiter der Stahl Judenburg (v. l.) (Credit: Mietschke)

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