Best Ager, also ältere Menschen über 55, werden für den Handel als Zielgruppe immer wichtiger. Doch was bewegt diese Baby Boomer? Wo kaufen sie am liebsten ein? Der Handelsverband ist diesen Fragen nachgegangen. Wie die österreichische Generation 55+ shoppt und welche Faktoren ihr Einkaufsverhalten bestimmen, haben wir gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut MindTake Research und der Preisvergleichsplattform idealo erfragt.

Die Rangliste der beliebtesten Informationsquellen für den Kauf von Produkten führt hierzulande ganz klar die Suchmaschine an (80%). Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Beratung im Geschäft (60%) und die Website des Händlers bzw. Herstellers (54%). Sprachassistenten wie Amazon Alexa dürften hingegen noch ein Nischenthema sein – sie werden lediglich von 3% der Best Ager als Informationsquelle genutzt.

Analysiert des Shoppingverhalten der Generation 55+: Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes (Credit: Stephan Doleschal)
Analysiert des Shoppingverhalten der Generation 55+: Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes (Credit: Stephan Doleschal)

Generation 55+ shoppt am liebsten im stationären Handel

 „Ungeachtet des aktuellen eCommerce-Booms kaufen die älteren Österreicher noch immer am liebsten im stationären Handel ein – bevorzugt im Supermarkt (23%), im Fachmarktzentrum (14%) und im Shopping Center (13%). Der Onlinehandel kommt in dieser Altersgruppe nur auf eine Zustimmungsrate von 13%“, erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

WhatsApp, Facebook und YouTube führen Social Media Ranking an

 Bei den Sozialen Medien und Messenger Diensten haben die heimischen Senior Citizens mittlerweile die Qual der Wahl: Neben etablierten Plattformen wie Facebook, Twitter, Pinterest oder LinkedIn erfreuen sich auch Startups wie der Chat-Dienst Viber großer Beliebtheit.

„Trotz der Vielfalt am Markt spielen WhatsApp und Facebook im Social Media Ranking der Generation 55+ mit Zustimmungsraten von über 55% in einer eigenen Liga. Instagram kommt hingegen lediglich auf 15%, Snapchat auf weniger als 2%“, so Will.

Kauf auf Rechnung das populärste Zahlungsverfahren

 Wie sieht das Kaufverhalten im eCommerce aus? „Die heimischen Best Ager geben im Schnitt monatlich 156 Euro im Onlinehandel aus. Geht es um das bevorzugte Zahlungsverfahren, belegen der Kauf auf Rechnung, die Zahlung mit Kreditkarte sowie PayPal die Spitzenplätze“, bestätigt Rainer Will.

Best Ager bei Künstlicher Intelligenz, Chatbots und Kryptowährungen skeptisch

Untersuchungen zeigen, dass Frauen der Generation "BabyBoomer" das Smartphone häufiger nutzen als Männer. (Credit: idealo.at)
Untersuchungen zeigen, dass Frauen der Generation „BabyBoomer“ das Smartphone häufiger nutzen als Männer. (Credit: idealo.at)

Im Vergleich mit der Generation Z sind die Baby Boomer viel kritischer, was die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) in Form von Chatbots betrifft. „80% der Menschen über 55 finden den Einsatz von Chatbots wenig sinnvoll. Sie legen im Kundenservice viel mehr Wert auf einen persönlichen Kontakt mit realen Menschen“, erläutert Veronika Bahr, Country Managerin von idealo Österreich. Bei der jungen Generation liegt die Zustimmungsrate hingegen bei 66%.

Große altersspezifische Unterschiede zeigen sich auch bei der Verwendung von Kryptowährungen wie Bitcoin. „Während fast jeder dritte Jugendliche eine breitere Verfügbarkeit von Bitcoin & Co kaum erwarten kann, sinkt dieser Wert bei den Ü55-Konsumenten auf lediglich 5%“, so Bahr.

Die Top 5 Produktkategorien der Generation 55+ auf idealo.at:

  • Elektrogroßgeräte
    • Smartphones
    • Elektrowerkzeuge
    • Sanitär / Armaturen
    • Gartengeräte

Kühlschränke und andere Elektrogroßgeräte sind mit Abstand die am meisten nachgefragten Kategorien der Best Ager auf idealo. Aber das Smartphone auf Platz zwei zeigt deutlich: Auch die Rentner schätzen die Vorzüge von Apps und möchten auf dem neuesten Stand der Technik sein. „Vor allem ältere Frauen nutzen das gekaufte Smartphone auch zum Onlineshoppen. 43 % der Frauen und nur 26 % der Männer vergleichen Preise mit einem mobilen Endgerät“, weiß Bahr.

 

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