Mit Infineon und der voestalpine beteiligen sich zwei weitere heimische Global Player am steirischen Think-Tank VIRTUAL VEHICLE. Im Verbund mit den langjährigen Eigentümern TU Graz, AVL, MAGNA, Siemens und Joanneum Research wollen die beiden neuen, hochinnovativen Gesellschafter die Entwicklung digitaler Mobilität vorantreiben. Aufgaben gibt es genug, die internationale Nachfrage nach Expertenunterstützung ist groß.

„Wir legen unseren 120 Mio. EUR schweren Forschungsfokus in den nächsten 5 Jahren auf die digitale Transformation von Fahrzeugen. Von selbstfahrenden Fahrzeugen über Sicherheit und Daten-Nutzung bis hin zu innovativen Prototypen-Tests und wegweisenden Mobilitäts-Konzepten reicht die Palette an zukunftsweisenden Forschungsfeldern“, erläutert Jost Bernasch, Geschäftsführer des VIRTUAL VEHICLE Forschungszentrums in Graz. Am Grazer Forschungszentrum versteht man unter digitaler Mobilität alle Lösungen für die Entwicklung und Verbesserung intelligenter und vernetzter Fahrzeuge und deren Systeme.

(v.l.n.r.) Jost Bernasch (GF VIRTUAL VEHICLE), Stefan Rohringer (Deputy CTO & Vice President Infineon Technologies Austria), Günter Neureiter (Vorstand; voestalpine Metal Engineering GmbH & Co KG), Gerd Holzschlag (Prokurist und Verantwortlicher Wirtschaftsentwicklung & Bewusstseinsbildung SFG), Andreas Wildberger (Bereichsleitung Strukturprogramme FFG), Harald Kainz (Aufsichtsratvorsitzender VIRTUAL VEHICLE, Rektor der Technischen Universität Graz) (Credit: Virtual Vehicle)
(v.l.n.r.) Jost Bernasch (GF VIRTUAL VEHICLE), Stefan Rohringer (Deputy CTO & Vice President Infineon Technologies Austria), Günter Neureiter (Vorstand; voestalpine Metal Engineering GmbH & Co KG), Gerd Holzschlag (Prokurist und Verantwortlicher Wirtschaftsentwicklung & Bewusstseinsbildung SFG), Andreas Wildberger (Bereichsleitung Strukturprogramme FFG), Harald Kainz (Aufsichtsratvorsitzender VIRTUAL VEHICLE, Rektor der Technischen Universität Graz) (Credit: Virtual Vehicle)

Intelligente Verknüpfung von zwei Welten

„Es gibt eine parallele Digital-Welt zu unserer realen Mobilität und deren Forschung und Entwicklung dahinter. Dieser „Digital Twin“ sollte möglichst exakt die reale „Live“-Situation abbilden und zukünftiges Verhalten vorhersagen können.“, führt Bernasch weiter aus. Damit Simulationen einerseits in der Entwicklung stimmen und andererseits richtige Aussagen über zukünftiges Verhalten wie Wartungsbedarf ermöglichen, braucht es sehr viel Know-how in verschiedenen Forschungs- und Industriebereichen. Dies führt dazu, dass Digital- und Fahrzeugindustrie immer stärker zusammenwachsen. „Wir arbeiten mit unseren exzellenten Partnern intensiv an der intelligenten Verknüpfung dieser zwei Welten, damit wir sicherer, umweltschonender, effizienter, kostengünstiger und auch einfacher an unser Ziel kommen“, so Bernasch. Dieser Mega-Trend verändert auch den Rail-Bereich stark, die Vernetzung verschiedenster Mobilitäts-Formen, virtuelle Entwicklung und vorausschauende Instandhaltung sind Kernthemen der Forschung. „Mit Infineon und voestalpine als neue, in Österreich verankerte Anteilseigner verstärken wir unser internationales Netzwerk für Spitzenforschung und vertiefen die gemeinsame Expertise. Infineon spielt eine führende Rolle in den Bereichen Sensorik und innovative Rechenplattformen für automatisiert und autonom fahrende Fahrzeuge. voestalpine Railway Systems ist Marktführer im Bereich Systemlösungen für Bahninfrastruktur, mit einem einzigartigen Know-how in den Bereichen Material- und Prozessforschung. Gemeinsam arbeiten wir an Hightech-Lösungen für eine global zusammenwachsende Fahrzeug- und Digitalindustrie vom heimischen Standort aus.“, erklärt der Geschäftsführer.

CoRAI Summit: VIRTUAL VEHICLE Automated Driving meets Europe, Oktober 2019 (v.l.n.r.) Johannes Hahn (EU Commissioner), Barbara Eibinger-Miedl (Steirische Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus, Europa, Wissenschaft und Forschung und CoRAI President), Jost Bernasch (GF VIRTUAL VEHICLE) (Credit: Virtual Vehicle)
CoRAI Summit: VIRTUAL VEHICLE Automated Driving meets Europe, Oktober 2019 (v.l.n.r.) Johannes Hahn (EU Commissioner), Barbara Eibinger-Miedl (Steirische Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus, Europa, Wissenschaft und Forschung und CoRAI President), Jost Bernasch (GF VIRTUAL VEHICLE) (Credit: Virtual Vehicle)

Vom Sensor bis zur Weiche

Mit den Technologiekonzernen Infineon und voestalpine gab es bereits eine lange, intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit in zahlreichen Projekten. „Die Beteiligung am VIRTUAL VEHICLE ist ein wichtiger strategischer Schritt.“, erklärt Stefan Rohringer, Stellvertreter Vorstand Technik Infineon Technologies Austria und Leiter des Infineon Entwicklungszentrums Graz: „Infineon arbeitet intensiv an Mikroelektronik-Lösungen für die Mobilität der Zukunft, wie das automatisierte und autonome Fahren. Für Infineon sind Informationen auf der Ebene der Gesamtfahrzeug-Entwicklung daher ein enormer Mehrwert, den wir gemeinsam mit dem VIRTUAL VEHICLE generieren wollen“. Entwicklerinnen und Entwickler des gesamten Infineon-Konzerns werden aufgrund der hohen globalen Relevanz von effizienten Halbleiterlösungen für den Automotive-Markt an den Projekten arbeiten, die Verkehrs- und Beförderungssysteme intelligenter, flexibler und autonomer machen. In Graz befindet sich mit aktuell über 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines der größten Entwicklungszentren von Infineon.

Gemeinsam mit der voestalpine, die mit ihrem Bereich Railway Systems globaler Marktführer ist, kann das VIRTUAL VEHICLE zudem noch stärker dazu beitragen, Österreichs Position als weltweit fünftgrößter Exporteur von Schienenfahrzeugen und Ausrüstung zu festigen. „voestalpine Railway Systems gilt schon heute als weltweiter Marktführer bei kompletten Bahninfrastruktursystemen einschließlich Premiumschienen, Weichensystemen und Signaltechnik. Mit unserer Beteiligung am Forschungszentrum VIRTUAL VEHICLE nutzen wir einmal mehr die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Weiterentwicklung des Bahnfahrweges. Die Kombination aus bestehendem Bahn-Know-how mit modernen Methoden der Simulation sehen wir von voestalpine Railway Systems als Basis dafür, unsere Position in diesem anspruchsvollen Markt weiter zu stärken. Die Kooperation mit VIRTUAL VEHICLE ermöglicht uns, Zukunftstechnologien gemeinsam zu entwickeln, um unseren Kunden optimierte Lebenszykluskosten und höchste Verfügbarkeit des Bahnfahrweges zu garantieren.“, erklärt Günter Neureiter, Mitglied des Vorstandes der Metal Engineering Division des voestalpine Konzerns.

 

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