Mit Hilfe einer neuen Innovations-Allianz zwischen dem Grazer Hightech-Unternehmen Leftshift One und dem Know-Center, einer europaweit führenden datenbasierten Forschungseinrichtung, will die Steiermark zum internationalen Zentrum für künstliche Intelligenz (KI) avancieren: Europas erstes KI-Betriebssystem mit „Gewissen“ sowie eine steirische KI-Strategie sollen dabei als milliardenschwerer Wirtschaftskatalysator wirken. 

 Daten als Erfolgsfaktor für Unternehmen: Seit 2001 hat sich das Know-Center der angewandten Forschung im Bereich der Datenanalyse verschrieben – und ist zum fixen Bestandteil der europäischen KI-Innovationslandschaft avanciert. Mit einer neuen Kooperation wird dieser Platz im Spitzenfeld der internationalen Forschung weiter abgesichert – verantwortlich dafür zeichnet das Grazer Hightech-Unternehmen Leftshift One. Der unlängst vom „Forbes Magazin“ zu den vielversprechendsten internationalen Jungunternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz ausgezeichnete Betrieb hat mit dem ersten Betriebssystem für künstliche Intelligenz, dem „AI Operating System“, das Fundament hierfür gelegt. Die Innovationspartnerschaft selbst basiert auf einem Konzept, das durchaus mit der Welt der Smartphone-Apps vergleichbar ist: eine technische Umgebung, auf der unterschiedliche Applikationen und Anwendungen laufen.

Setzen auf künstliche Intelligenz: Know Center-CEO Stefanie Lindstaedt, Leftshift One-CEO Patrick Ratheiser, Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Leftshift One-CTO Christian Weber (v. l.,) (Credit: Thomas Luef
Setzen auf künstliche Intelligenz: Know Center-CEO Stefanie Lindstaedt, Leftshift One-CEO Patrick Ratheiser, Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Leftshift One-CTO Christian Weber (v. l.,) (Credit: Thomas Luef

 „Win-Win-Situation“

Heißt im Kontext der künstlichen Intelligenz konkret: Auf dem von Leftshift One entwickelten Betriebssystem laufen künftig nicht nur die bereits bestehenden hauseigenen Fähigkeiten, sogenannte „Skills“, sondern auch komplexe KI-Funktionalitäten des Know-Centers. „Die Öffnung unseres Betriebssystems für zertifizierte Drittanbieter ermöglicht unseren Kunden die einfache Integration bereits bestehender KI-Konzepte. Dass es sich dabei als ersten starken Entwicklungs-Partner mit dem Know-Center um eines der führenden europäischen KI-Forschungszentren handelt, macht uns sehr stolz. Denn gemeinsam sind wir in der Lage, die ganze Welt der künstlichen Intelligenz in unserem Betriebssystem abzubilden – und die Prozesse unserer Kunden damit um ein Vielfaches zu beschleunigen. Gemeinsam können wir uns als neues, europäisches KI-Bollwerk mit internationalen Top-Playern messen“, betont CEO Patrick Ratheiser. Ähnlich sieht man das beim Know-Center: „Als international agierendes Forschungszentrum unterstützen wir Unternehmen seit mittlerweile 20 Jahren bei der digitalen Transformation und der Umsetzung datengetriebener Geschäftsmodelle. Unser Vorteil liegt darin, dass wir schon heute die Technologietrends von morgen kennen und als anbieterneutrales COMET-Forschungszentrum maßgeschneiderte KI-Lösungen für unsere Partner entwickeln können. Die Kooperation mit einem aufstrebenden Unternehmen wie Leftshift One ergibt für uns eine klassische Win-Win-Situation. Dadurch können wir ergänzend zu unserem Forschungsangebot zusätzliche KI-Services auf hohem Niveau anbieten“, streicht Stefanie Lindstaedt, CEO des Know-Center, hervor.  KI-Services wie Textverständnis, Datenanalyse, Umwandlung von Sprache in Text und Lösung von Optimierungsproblemen können schon jetzt auf Knopfdruck im Betriebssystem freigeschaltet werden – neue „Skills“ sollen eben durch das Know-Center und auch Leftshift One (sowie später auch weiteren Anbietern) nach und nach entwickelt und zur Verfügung gestellt werden.

 KI: Umsatzturbo für die Steiermark

Welche Dimension die Pionierarbeit des Know-Center und die Zusammenarbeit zwischen Know-Center und Leftshift One hat, wird beim Blick auf die Zahlen einer Studie des Beratungsunternehmens Accenture ersichtlich: Demnach soll sich das Wertschöpfungspotenzial durch den Einsatz von KI für Österreich bis 2035 um drei Prozent erhöhen – pro Jahr. Macht unterm Strich eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von 122 Milliarden Euro im Jahr 2035. Nur als Vergleich: Ohne KI liegt die Steigerung der Wertschöpfung bei jährlichen 1,4 Prozent. Heißt: Eine Volkswirtschaft wächst stärker, wenn die Unternehmen früher Digitalisierung und künstliche Intelligenz einsetzen. In der vom Wirtschaftsressort des Landes gemeinsam mit dem Know-Center initiierten Plattform AI Styria, dem auch Leftshift One angehört, wurde das Potenzial schon frühzeitig erkannt und gefördert. „Die Plattform AI Styria bündelt Kompetenzen aus Wissenschaft und Wirtschaft und begleitet steirische Betriebe bei ihrem Transfer ins digitale Zeitalter und der Nutzung Künstlicher Intelligenz“, so Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, die auf die Bedeutung künstlicher Intelligenz im Hinblick auf die Digitalisierung verweist: „Als Innovations- und Forschungsland hat die Steiermark ideale Voraussetzungen, die Chancen des digitalen Wandels erfolgreich zu nutzen. Künstliche Intelligenz zählt dabei zu den zentralen Themen. Hier besteht großes Potenzial, aber es gibt auch Herausforderungen. Künstliche Intelligenz muss mit ethischen Standards und Datenschutz gekoppelt sein. Die Forschung des Know-Center und die Innovationspartnerschaft zwischen Leftshift One und dem Know-Center stellt das in vollem Ausmaß sicher“, so Eibinger-Miedl.

 „Gewissen“ als internationales Abgrenzungsmerkmal

Letzteres erweist sich als deutliches Abgrenzungsmerkmal zu den USA und China. „Unsere Arbeit wird wesentlich zu Akzeptanz und Vertrauen in KI beitragen. Ein aktueller Forschungsschwerpunkt von uns ist es, sichere, verifizierbare und erklärbare KI zu entwickeln, die gleichzeitig die Privatsphäre schützt“, erzählt Stefanie Lindstaedt. Leftshift One-CTO Christian Weber unterstreicht: „Das ‚AI Operating System‘ bietet dank modernster Verschlüsselung maximale Sicherheit. Auch die Verarbeitung der Daten in der eigenen Infrastruktur ist möglich. Darüber hinaus haben wir Algorithmen verbaut, die Ethik und Moral sicherstellen. Unser Betriebssystem hat ein Gewissen.“ Die Einsatzgebiete des KI-Betriebssystems samt „Skills“ sind indes vielfältig. Durch die generische Entwicklung können die unterschiedlichen Bausteine branchenübergreifend genutzt werden: „So kann etwa der „Skill“ Textverständnis bei Anfragen in einem Reisebüro genauso wie zur Vereinfachung von Bedienungsanleitungen im industriellen Umfeld – beispielsweise in der Pharmazie oder der Automotive-Branche – angewendet werden“, sagt Weber.

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