Mit dem Erwerb des 60-Megawatt-Photovoltaik-Parks im Süden des Landes Bulgarien wird Enery zum größten Betreiber von Photovoltaik-Anlagen in österreichischem Besitz.

Nach monatelangen Verhandlungen ist es nun Uhr fix: Der österreichische Grünstromerzeuger Enery übernimmt mit sofortiger Wirkung Bulgariens größte Photovoltaik-Freiflächenanlage. Außerdem kauft Enery auch die bisherige Betreiberfirma NOMAC Bulgarien und übernimmt alle derzeit beschäftigten Mitarbeiter. Mit dem Erwerb dieser 100-Hektar-Photovoltaik-Anlage in Karadzhalovo katapultiert sich das junge Wiener Unternehmen an die Spitze der heimischen Sonnenenergiewelt. Enery wird so zum größten Betreiber von Photovoltaik-Anlagen in österreichischem Besitz.

Enery-Geschäftsführer Lukas Nemec und Richard König (v. li.) (Credit: Enery/Philipp Horak)
Enery-Geschäftsführer Lukas Nemec und Richard König (v. li.) (Credit: Enery/Philipp Horak)

Der Deal

Die Corona-Krise wurde von den Enery-Geschäftsführern, Richard König und Lukas Nemec, intensiv dafür genutzt, die bereits zuvor initiierten Verhandlungen mit den drei Eigentümern – ACWA Power (ebenfalls bisheriger Eigentümer der Betreiberfirma NOMAC Bulgarien), BlackRocks Global Energy & Power Infrastructure Fund und die durch Crescent Capital verwaltete Clean Energy Transition Fund – konzentriert voranzutreiben. Gestern wurde schließlich die Übernahme des PV-Parks ACWA Power CF Karad fixiert. Über den Kaufpreis für die in Karadzhalovo, in der Nähe von Plovdiv im Süden Bulgariens, befindliche Anlage wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Kaufpreis wurde zum Teil durch die Begebung der ersten bulgarischen Projektanleihen mit einem Gesamtvolumen von EUR 95 Millionen finanziert; diese werden an der Wiener Börse notiert.

Bereits im vergangenen Jahr gab Enery die Beteiligung an sechs Solarkraftwerken in der Tschechischen Republik sowie zwei weiteren in der Slowakei bekannt. Damit ist die aktuelle Transaktion in Bulgarien aus Sicht von Enery ein erfolgreicher Einstieg in einen weiteren osteuropäischen Markt für Energieentwicklung.

Der Solarpark

Enery begründet den Kauf eines der größten Solarkraftwerke in Mittel- und Osteuropa mit dem spannenden Standort in Bulgarien. Mit der hier vorhandenen hohen Sonneneinstrahlung könne ein spezifischer Ertrag von mehr als 1.400 kWh pro kWp bei einer installierten Leistung von 60,4 MWp erzielt werden. Das entspricht ungefähr dem jährlichen Strombedarf von 22.300 Haushalten!

Richard König und Lukas Nemec, Geschäftsführer von Enery, betonen: „Bulgarien ist ein wirklich spannender Markt für Investitionen in erneuerbare Energien und insbesondere für Solarinvestitionen. Karadzhalovo ist eine Eckpfeileranlage für Enery und wird eine Plattform für den Ausbau unserer Aktivitäten in Bulgarien und für unser Betriebsführungs- und Wartungskompetenzzentrum sein. Wir freuen uns, unser O&M Team mit fast zwanzig hochfähigen und motivierten Mitarbeitern unter der Leitung von Stoyan Petrov zu verstärken. Wir werden den Übergang zu erneuerbaren Energien in Mittel- und Osteuropa weiter vorantreiben und sind stolz darauf, dass wir bereits ein Jahr nach der Gründung der Gesellschaft der größte Eigentümer von Photovoltaikanlagen in österreichischem Besitz und einer der führenden unabhängigen Solarakteure in Mitteleuropa sind.“

Nächste Ziele und Perspektiven

Abgesehen von internationalen Beteiligungen setzt man bei Enery vor allem auf den intensiven Ausbau von PV-Anlagen in Österreich. Hierzulande orten Lukas Nemec und Richard König ein großes Potenzial für Solarenergie. Es seien viele geeignete Flächen dafür vorhanden. Auch das politische Ziel, bis 2030 12.000 Megawatt zusätzliche Kapazität zu installieren, loben sie als zukunftsweisend. Lediglich im Genehmigungs- und Flächenwidmungsverfahren sowie bei der Implementierung eines schnellen und leistbaren Netzzugangs sehen beide Verbesserungspotenzial, um die richtigen und ambitionierten Ziele der Bundesregierung erreichen zu können.

(Beitragsbild – Credit: Enery)

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