Nur 1.700 Elektro-Fahrzeuge kurven aktuell auf den steirischen Straßen – bis 2030 sollen es laut Landesstrategie aber schon über 200.000 E-Autos sein: Schon heute feilen und forschen dafür unsere steirischen Parade-Zulieferer AVL und Magna am Auto von morgen. Für steirische Jungunternehmen entsteht dadurch ein Millionenmarkt!
„Das Match ist nicht entschieden“, meint AVL-Chef Helmut List. Ob künftig E-Autos oder herkömmliche Verbrennungsmotoren die Nase vorne haben wird, lässt der Grand Seigneur der heimischen Automobilbranche offen. Fix für ihn ist hingegen nur: „Wir erleben einen Dreikampf zwischen Verbrennungskraftmaschine, E-Mobilität und der Brennstoffzelle.“ Die AVL erforscht jedenfalls alle drei Antriebstechnologien, macht bereits 25 Prozent des Umsatzes von zuletzt staatlichen 1,4 Milliarden Euro mit alternativen Technologien, erklärt List.
„Aufholbedarf“
Auch bei Magna ist man für den E-Boom gerüstet, startet doch in wenigen Wochen die Produktion des neuen „elektrifizierten“ E-Jaguars. „Für uns macht es keinen Unterschied, ob wir E-Autos oder konventionelle Fahrzeuge bauen bzw. Komponenten dafür zuliefern – wir benötigen gleich viele Mitarbeiter, haben die gleichen Produktionstechnologien im Einsatz“, sagt Magna-Boss Günther Apfalter, der allerdings steiermarkweit Potenzial nach oben ortet: „Wir haben einen E-Fahrzeug-Anteil von 0,1 Prozent. Als Vergleich: EU-weit liegt dieser Wert bei zirka 0,23 Prozent“, so Apfalter. Um diesen Wert hierzulande zu steigern, müsse aus technischer Sicht „vor allem die derzeit zu geringe Reichweite und die die hohe Ladedauer in den Griff bekommen werden“, betont der Magna-Präsident. Als Anhaltspunkt: Fast eine halbe Stunde ist im Schnitt notwendig, um Elektrofahrzeuge zu 80 Prozent aufzuladen.
Millionenmarkt für Steirer
Internationale Lösungen für diese Hürden könnten Jungunternehmen aus unserem Bundesland beisteuern: „Für steirische Start-Ups tut sich hier ein millionenschwerer, internationaler Markt im Bereich der alternativen Antriebe auf. Großbetriebe greifen hier gerne auf wendige Kleinfirmen zu, denn für technologische Weichenstellungen ist vor allem die Schnelligkeit und Innovationskraft entscheidend – und hier mischen unsere Jungunternehmen ganz vorne mit“, betont Martin Mössler vom Science Park Graz – im akademischen Gründerzentrum werden aus Geschäftsideen international erfolgreiche Unternehmen geformt. Konkret entwickelt etwa das steirische Start-Up easelink, bis vor kurzem in Science Park beheimatet, eine kabellose Ladetechnologie für Elektro-Fahrzeuge – und ist damit international in aller Munde: Unlängst wurde das steirische System, das die gefühlte Reichweite von Stromern durch den Wegfall des aktiven Ladevorgangs steigert, in Deutschland und China auf Fachmessen präsentiert.


