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Vom selbstbremsenden Kinderwagen über futuristische E-Ultra-Leichtfahrzeuge bis hin zur kabellosen Stromübertragung: Mit Teilnehmerrekord ging gestern der elfte Ideenwettbewerb der Hightech-Schmiede Science Park in Graz über die Bühne. Erstmals wurde auch die beste Idee mit Weltraumbezug prämiert: Ein Bus, der Komponenten zwischen Erde und Welt-All transportieren soll.

Beim „Ideenwettbewerb“ der Hightech-Schmiede Science Park katapultierten sich gestern in den Räumlichkeiten der Technischen Universität Graz zukunftsträchtige Start-Ups und ihre Technologien in den Mittelpunkt: Über 10.000 Euro wurden in der bereits elften Auflage des Wettbewerbs an findige Entwickler ausgeschüttet, schon im Vorfeld zeichnet sich mit 127 Einreichungen ein neuer Teilnehmerrekord ab: „Start-Ups sind die neuen Rockstars – wir wollen mit Wettbewerben wie diesen die hohe Innovationskraft der steirischen Gründerszene aufzeigen, Lust auf das Unternehmertum machen und so den Anstoß zum Unternehmen von Morgen geben“, erklärt der Geschäftsführer des Science Park Graz, Martin Mössler.

Start-Ups sind die neuen Rockstars!

Bediengerät für beeinträchtigte Personen
Auf dem Weg zum Industrie-Unternehmen von morgen ist auch Niels Buchhold, Sieger in der Kategorie „technologie-orientiert“: Sein neuartiges Bediengerät unterstützt hochgradig behinderte Menschen etwa bei der Steuerung von elektrischen Rollstühlen oder Computern. Ein Vorteil: „Das Bediengerät ist lernfähig und so in der Lage, sich auf den Grad der Behinderung individuell einzustellen“, erklärt Buchhold.

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Sieger in der Kategorie „technologie-orientiert“: Niels Buchhold (l. Credit: schubiduquartet.com)

Auf den Zahn gefühlt
Unter anderem dem Gesundheitswesen kommt die Forschung von Michael Haas, Preisträger in der Kategorie „Innovativ-orientiert“ zu Gute: Da in der Zahnmedizin beim Einsatz von Zahnfüllungen aktuell häufig gesundheitsgefährdende, toxische Reaktionen entstehen, hat der Wissenschaftler mit Hilfe des chemischen Elements Germanium ein System entwickelt, mit dem ohne toxische Reaktionen Zahnfüllungen eingesetzt werden können. „Das ist für den Patienten nicht nur wesentlich gesünder, sondern in der Gesamtanwendung auch günstiger – unser Verfahren beläuft sich auf etwa ein Fünftel des ursprünglichen Preises“, erklärt Haas.

Sieger in der Kategorie "Innovativ-orientiert": Michael Haas (m., Credit: schubiduquartet.com)
Sieger in der Kategorie „Innovativ-orientiert“: Michael Haas (m., Credit: schubiduquartet.com)

Crowd-Funding für flexible Umstandsjacke
Auch der Gesundheit – allerdings jener unserer Kleinsten – kommt „cocoome 3in1“ zu Gute, die siegreiche Idee von Julia Pötsch in der Kategorie „kreativ-wirtschaftlich“: Dank eines einfachen Clip-Befestigungs-Systems verwandelt „cocoome“ aus jeder Jacke eine für Babys angenehm warme Umstands- und Tragejacke – mit einem Zusatzmodul kann das Inlay auch in einen Fußsack für den Kinderwagen verwandelt werden. „Aktuell bearbeiten wir intensiv unsere Crowd-Funding-Kampagne, um weiter expandieren zu können“, erklärt die zweifache Mutter Pötsch.

Siegerin in der Kategorie "kreativ-wirtschaftlich": Julia Pötsch (r.)
Siegerin in der Kategorie „kreativ-wirtschaftlich“: Julia Pötsch (r., Credit: schubiduquartet.com)

Förderung für weibliches Unternehmertum
Den Sonderpreis für die „beste Einreicherin“ sicherte sich Afamia Jaddah: Mit einer interaktiven und kostenlosen Lernplattform will sie spielerisch Deutsch-Kenntnisse und Digital-Fähigkeiten vermitteln – als Anreiz winken den Usern Museums-Tickets, Zeitungsabos und Gutscheine. Aktuell ist Jaddah auf der Suche nach Sponsoren, Unternehmen und Kooperationspartner, die sich für Bildung und Integration in Österreich einsetzen möchten.

Beste weibliche Einreichung: Afamia Jaddah (l., Credit: schubiduquartet.com)
Beste weibliche Einreichung: Afamia Jaddah (l., Credit: schubiduquartet.com)

ESA-Preis: Komponenten-Transport ins All
Durch die im Herbst des vergangenen Jahres erfolgte Ansiedelung der Weltraumorganisation ESA im Science Park Graz wurde erstmals auch die beste Idee mit Weltraumbezug prämiert: Das Team rund um Stefan Grübler entwickelt einen derzeit in der Konzeptphase befindlichen standardisierten Satelliten-Cube, der künftig Komponenten und Gegenstände von der Erde ins Welt-All befördern soll. „Unsere Transport-Satelliten, die wie eine Art Bus funktionieren, sollen in der Zukunft die für Forschungsprojekte notwendige Infrastruktur unkompliziert und vergleichsweise kostengünstig ins All liefern“, erklärt der Forscher, der die Basis für die Entwicklungen an der Technischen Universität in München gelegt hat. „Ideen wie diese zeigen den hohen Anspruch und den massiven Innovationsgrad des Ideenwettbewerbs 2017 sowie die engen Zusammenarbeit im Science Park Graz mit der Weltraumagentur ESA“, betont Geschäftsführer Mössler.

 Science Park Graz-Geschäftsführer Martin Mössler mit den Preisträgern Niels Buchhold (l.), Julia Pötsch und Michael Haas (v. l.)
Science Park Graz-Geschäftsführer Martin Mössler mit den Preisträgern Niels Buchhold (l.), Julia Pötsch und Michael Haas (r., Credit: schubiduqartet.com)
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