Flugzeuge von Airbus, Bombardier & Co. werden schon jetzt mit Innenraumkomponenten des obersteirischen Luftfahrtzulieferers Antemo ausgerüstet. In der neu eröffneten Unternehmenszentrale sollen die Stückzahlen nun verdoppelt werden – mitverantwortlich dafür sind aktuelle internationale Aufträge von Nordamerika bis Skandinavien. Der steirische Landeshauptmann gratuliert zur Expansion im Jubiläumsjahr.
Als Herbert Brunner 2008 Antemo übernahm, war die wirtschaftliche Großwetterlage alles andere als sonnig: Die Weltwirtschaftskrise gipfelte in ihren Höhepunkt, Konkurse und Personalabbau standen an der Tagesordnung – nicht nur in der Obersteiermark herrschte ein raues wirtschaftliches Klima. Brunner ließ sich von seiner Vision, einen international tätigen Luftfahrtzulieferer zwischen einst verstaatlichter Industrie und Alpenland-Romantik im obersteirischen Wasendorf zu formen, nicht abbringen – und sollte recht behalten: Heute, ein Jahrzehnt später, zählt Antemo zu den führenden österreichischen Flugzeugzulieferern – und bezog dieser Tage die neue 2,2 millionenschwere Luftfahrtzentrale in St. Peter ob Judenburg, nur wenige Kilometer von der einstigen Wirkungsstätte des Betriebs. Rund ein Drittel der Wertschöpfung des neuen 1.300 quadratmetergroßen Standorts entfällt indes auf regionale Zulieferer, 100 Prozent auf steirische Unternehmen.
Landeshauptmann Schützenhöfer: „Sinnbild für Innovationsland Steiermark“
Nicht erst vom neuen Unternehmensstandort aus wird die weltweite Luftfahrtindustrie beliefert: Flugzeuge von Airbus, Boeing, Bombardier & Co. werden von Brunner und seinem Team ausgestattet. „Die Leistungen von Antemo in der innovationsgetriebenen Luftfahrtbranche sind nicht nur besonders bemerkenswert, sie verdeutlichen auch den Erfolg der Steiermark als europäischer Spitzenreiter im Bereich der Innovation. Die Obersteiermark überzeugt mit hochqualifizierten Mitarbeitern und einer starken Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik als zukunftsträchtiger Standort. Mit seinem neuen Hauptquartier im Murtal ist Antemo auch ein weiterer wertvoller Impuls für die positive Entwicklung der Region“, betont der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer anlässlich der Eröffnung des neuen Antemo-Standorts.
Verdoppelung der Kapazitäten durch Neo-Aufträge
Konkret werden in der neueröffneten Firmenzentrale Innenraumkomponenten insbesondere im Luxus- und VIP-Bereich Antemos wie beispielsweise Business-Tische, Sichtblenden oder Schlösser produziert – zukünftig sogar doppelt so viele wie bisher: „Im unserem Projektgeschäft sind wir stark vom Markt abhängig. Aktuell gehen wir aber von einer Verdoppelung der Stückzahlen von aktuell 3.500 Einzelteilen in den nächsten zwei Jahren aus“, sagt Brunner. Dafür mitverantwortlich ist insbesondere die gute Auftragslage: Die Produktion für einen mehrjährigen Auftrag ist bereits angelaufen – spezielle Interieurs-Komponenten, die in Airbus-Modellen – auch in Nordamerika – zum Einsatz kommen, werden schon jetzt auf den CNC-Anlagen und in der Antemo-Fertigung bearbeitet.
Skandinavischer Auftrag für Medizin-Flugzeuge
Auch einen Neo-Auftrag für ein skandinavisches Luftfahrtunternehmen konnte Antemo an Land ziehen: Dabei wird das Murtaler Unternehmen medizinische Innenraum-Ausrüstungen für einen schwedischen Luftfahrthersteller adaptieren. „Zunächst werden wir hierfür Prototypen fertigen. Die Chance, mittel- bis langfristig weitere Bauteile für diese Spezial-Flugzeuge zu entwickeln und zu produzieren, sind allerdings gegeben“, hebt Junior-Chef Martin Brunner hervor.
Vielfältige Industriezweige
Nicht nur langgeplante Aufträge stehen an der Tagesordnung des obersteirischen Vorzeigebetriebs: „Wenn es knifflig, hochkomplex wird und die Zeit rennt, dann sind wir die erste Adresse für Luftfahrtunternehmen rund um die ganze Welt“, erklärt das Vater-Sohn-Gespann und ergänzt: „Das gilt auch für andere Industriezweige, die wir neben der Luft- und Raumfahrtindustrie beliefern. Etwa die Medizintechnik, die Halbleiter-Industrie und den Maschinen- und Anlagenbau.“


